Telde lässt mit der Eröffnung des „Espacio Violeta“ die Erinnerung und den Kampf seiner Frauen wieder aufleben

Die Bibliothek Montiano Placeres rettet historische Bestände des ehemaligen Dokumentationszentrums für Frauen und bekräftigt das Engagement der Stadt für Gleichberechtigung, Kultur und eine offene und pluralistische kanarische Identität.

Telde, 24. April 2026. – Die Gemeinde Telde erlebte an diesem Donnerstag, dem 23. April, dem Tag des Buches, einen jener Momente, die über das Kulturelle hinausgehen und sich im kollektiven Gedächtnis verankern. Die Eröffnung des „Espacio Violeta“ (Violetter Raum) in der Bibliothek Montiano Placeres in San Juan ist nicht nur die Einweihung einer neuen literarischen Stätte: Sie ist vor allem ein Akt der Gerechtigkeit gegenüber den Frauen, die vor Jahrzehnten Bewusstsein, Wissen und Kampfgeist in der Stadt gesät haben.

Wiederbelebung des Erbes

Auf Initiative des Stadtrats für Kultur unter der Leitung von Juan Martel greift dieser Raum einen Teil des Erbes des ehemaligen Dokumentationszentrums für Frauen auf, das in den 80er Jahren in der historischen Casa de la Mujer in der Calle León y Castillo gegründet wurde. Diese Initiative machte Telde zu einem wegweisenden Vorbild, nicht nur auf den Kanarischen Inseln, sondern auch über deren Grenzen hinaus, im Einsatz für Gleichberechtigung und kritisches Denken.

Heute, mehr als zwanzig Jahre nach ihrem Verschwinden, kommen diese Bestände – die viel zu lange zum Schweigen gebracht wurden – wieder ans Licht. Sie tun dies mit derselben Kraft, mit der sie zusammengetragen wurden: der Kraft von Frauen, die verstanden haben, dass Kultur auch ein Werkzeug des sozialen Wandels ist.

Tür zur Erinnerung und zur Zukunft

„Heute eröffnen wir nicht nur einen Raum in einer Bibliothek“, betonte Juan Martel während der Veranstaltung, „wir öffnen eine Tür zur Erinnerung, zur Anerkennung und zur Zukunft. Diese Bestände wiederherzustellen bedeutet, diejenigen zu ehren, die vor uns gekämpft haben, und dieses Wissen den neuen Generationen zugänglich zu machen.“

Der Espacio Violeta umfasst bereits mehr als 1.050 katalogisierte Werke, die sich auf Feminismus, Frauengeschichte, kritisches Denken und auch auf die Lebensrealitäten der LGTBIQ+-Gemeinschaft konzentrieren. Zu diesen Beständen sind neue Anschaffungen hinzugekommen, wodurch der Fokus auf andere zeitgenössische Kämpfe ausgeweitet wurde, die heute ebenfalls nach Sichtbarkeit, Respekt und Rechten verlangen. Der Raum umfasst zudem eine Abteilung für Neuerscheinungen und eine weitere, die sich an Kinder richtet, da man davon ausgeht, dass die Erziehung zur Gleichberechtigung bereits im frühesten Kindesalter beginnt.

Ein dynamischer Ort

Dieser Bereich befindet sich in der Mitte der Bibliothek und wurde mit der Absicht geschaffen, ein lebendiger Ort zu sein: nicht nur zum Lesen, sondern auch als Ort der Begegnung, des Dialogs, der Buchvorstellungen und der gemeinsamen Arbeit. Ein offener, zugänglicher und auch über das Internet vernetzter Raum, in dem jeder den Katalog einsehen kann.

Der Bürgermeister der Stadt, Juan Antonio Peña, hob in seiner Rede den symbolischen Wert dieser Wiederbelebung hervor. „Telde blickt heute auf seine Vergangenheit, um eine bessere Zukunft aufzubauen. Die Wiederbelebung dieses Erbes ist keine Nostalgie, sondern Identität. Es bedeutet anzuerkennen, dass wir mutig waren, dass wir fortschrittlich waren und dass wir dies auch weiterhin sein wollen – auf der Grundlage von Respekt, Zusammenleben und Stolz auf das, was wir als Volk sind“, erklärte er.

Kultur als Dreh- und Angelpunkt des sozialen Zusammenhalts

In diesem Sinne fügt sich die Eröffnung des Espacio Violeta auch in eine Stadtvision ein, die auf Kultur als Dreh- und Angelpunkt des sozialen Zusammenhalts setzt, ausgehend von einer offenen, inklusiven und unaufdringlichen kanarischen Identität. Ein kultureller Nationalismus, der nicht ausschließt, sondern verbindet; der sich nicht abschottet, sondern aus seinen eigenen Wurzeln heraus mit der Welt im Dialog steht.

Einer der bewegendsten Momente der Veranstaltung war die Würdigung des Teams, das dieses Projekt ermöglicht hat, mit besonderem Dank an die Mitarbeiter der Bibliotheken und an das öffentliche Unternehmen Gestel, das für das Netz der Stadtbibliotheken verantwortlich ist. Ein Team, das überwiegend aus Frauen besteht, die es mit ihrer stillen und beharrlichen Arbeit geschafft haben, diese Bestände zu retten, zu katalogisieren und ihnen neues Leben einzuhauchen.

„Ohne sie gäbe es diesen Raum nicht“, betonte Martel. „Sie sind die Brücke zwischen jenem Kampf und der Gegenwart. Sie sind es, die dieses Erbe gepflegt und es zu einem nützlichen Werkzeug für die Bürger gemacht haben“, fügte er hinzu. [Ayto. Telde]