Die Capilla de Santa Anna gibt ein barockes Konzert im Casa-Museo Tomás Morales

  • Mit dem Konzert „Si el aire suspira“ (Wenn die Luft seufzt) lässt die Capilla de Santa Anna im Museumshaus Tomás Morales das Erbe von Diego Durón wieder aufleben.
  • Das Programm, das sich auf barocke Weihnachtslieder aus dem Archiv der Kathedrale Santa Ana konzentriert, findet am 30. April um 19:00 Uhr statt.

Las Palmas de Gran Canaria, 28. April 2026. – Das Casa-Museo Tomás Morales in Moya veranstaltet am 30. April um 19:00 Uhr das Konzert „Si el aire suspira“, eine Initiative des Musikkollektivs Capilla de Santa Anna, das das Publikum einlädt, durch das Werk des Komponisten Diego Durón Ortega (1653–1731) in das klangliche Erbe des kanarischen Barocks einzutauchen. Der Eintritt ist frei, solange Plätze verfügbar sind.

Das Programm

Das Programm widmet sich einer Auswahl von Weihnachtsliedern, die Durón während seiner langen Amtszeit als Kapellmeister der Kathedrale Santa Ana in Las Palmas de Gran Canaria komponierte, einer Institution, in der er mehr als fünfzig Jahre lang tätig war.

Die aufgeführten Stücke sind Teil des Dokumentenbestands, der im Archiv der Kathedrale aufbewahrt wird – einer der bedeutendsten Sammlungen für das Verständnis der historischen Musik auf den Kanarischen Inseln – und wurden einem Restaurierungsprozess unterzogen, der ihre Neuinterpretation und Verbreitung in der heutigen Zeit ermöglicht.

Die Bedeutung von Diego Durón

Die Figur von Diego Durón nimmt einen zentralen Platz in der Musikgeschichte des Archipels zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert ein. Als Schöpfer eines Werkkomplexes von über 450 Werken umfasst sein Schaffen verschiedene liturgische und paraliturgische Gattungen, die zur Begleitung der wichtigsten religiösen Festtage des Kalenders konzipiert wurden, wie Fronleichnam, Christi Himmelfahrt, Mariä Himmelfahrt oder das Fest der Heiligen Anna. Seine Musik zeichnet sich durch melodischen Reichtum, die Vielfalt expressiver Mittel und die Fähigkeit aus, volkstümliche Elemente in eine kultivierte formale Struktur zu integrieren.

Das Villancico, ein von Durón besonders gepflegtes Genre, bildet einen der Schwerpunkte des Konzerts „Si el aire suspira“. Diese für den spanischen Barock charakteristischen Kompositionen verbinden Texte in der Volkssprache mit einer musikalischen Komposition, die Solostimmen und Chöre abwechselt und so lebhafte Kontraste schafft. In ihnen verschmelzen Andacht und Theatralik, Intimität und Festlichkeit zu einer zugänglichen Sprache, die damals eine direkte Verbindung zum Publikum herstellte und auch heute noch ihre Kommunikationskraft bewahrt.

Historische Aufführungspraxis

Die Aufführung übernimmt die Capilla de Santa Anna, ein Ensemble bestehend aus den Sopranistinnen Cristina Barceló und Magdalena Padilla, dem Countertenor David Batista, dem Tenor Daniel Marrero, der Gambistin Yurena Darias und dem Cembalisten Vicent Bru.

Sie alle sind auf die historisch informierte Aufführungspraxis spezialisiert, ein Ansatz, der darauf abzielt, die ursprünglichen Klangbedingungen durch den Einsatz von Techniken und Kriterien des Barock sowie durch die Verwendung zeitgenössischer Instrumente wiederherzustellen.

In diesem Sinne bietet „Si el aire suspira“ nicht nur die Gelegenheit, ein Repertoire zu genießen, das in den üblichen Kreisen selten zu hören ist, sondern ist auch eine Einladung, die historische Bedeutung der Kathedrale Santa Ana als Zentrum der Musikproduktion wiederzuentdecken und die Aktualität von Komponisten wie Diego Durón in der heutigen Landschaft der Alten Musik anzuerkennen.

La Capilla de Santa Anna

Das Musikensemble Capilla de Santa Anna vereint Musikprofis von den Kanarischen Inseln, die sich auf die Interpretation alter Musik und die Wiederbelebung historischer Repertoires spezialisiert haben. Ihr Schwerpunkt liegt vor allem auf dem 16. bis 18. Jahrhundert, wobei sie besonderes Augenmerk auf die Erforschung dokumentarischer Quellen und die Anwendung historisch fundierter Kriterien bei der Interpretation legen.

Das Ensemble hat eine Laufbahn aufgebaut, die eng mit der Erforschung und Verbreitung des musikalischen Erbes verbunden ist, und nimmt an verschiedenen Konzertreihen und Festivals teil, die der geistlichen und alten Musik gewidmet sind. Seine Arbeit trägt zur Aufwertung von Musikbeständen bei, die in historischen Archiven aufbewahrt werden, und fördert deren Bekanntheit und Verbreitung im zeitgenössischen Kulturbereich. [Cabildo de Gran Canaria]