Die regionale Handwerksmesse von Pinolere ehrt am kommenden Sonntag, dem 6. September, José Osmundo Delgado, „Mundo el Capijo“, für seinen Beitrag zur Erhaltung, Verbreitung und Weitergabe des Festes „Fiesta de las Tablas de Icod de los Vinos“. Die Veranstaltung findet um 12:00 Uhr am letzten Tag dieses Treffens rund um das Kunsthandwerk und die traditionelle Kultur der Kanarischen Inseln statt.
Mit über 80 Jahren ist Mundo el Capijo einer der wichtigsten Kenner dieser uralten Tradition, die eng mit der kulturellen Identität von Icod de los Vinos verbunden ist. Er hat sie seit seiner Kindheit miterlebt, insbesondere in den Straßen San Antonio und Hércules, und ist zu einer Bezugsperson für alle geworden, die ihre Geschichte, Bedeutung und Besonderheiten kennenlernen möchten.
Zu seinen Anliegen gehört insbesondere die Bewahrung der festlichen Fachsprache. Wie er erklärt, sagt man in Icod: „wir werfen uns nicht, sondern wir schleppen uns“ über die Bretter.
Sein Wissen umfasst auch die Materialien und den historischen Kontext des Festes. José Osmundo ist der Ansicht, dass die Fackel der eigentliche Protagonist der „Tablas“ ist, aufgrund ihrer Verbindung zur Holzindustrie und zu den ehemaligen Sägewerken in den höher gelegenen Gebieten von Icod. Das Holz wurde durch die Straßen von San Antonio und Hércules bis zum Strand von San Marcos transportiert, wo sich die Werften befanden, und diente zudem zum Bau der großen Häuser jener Zeit.
Im Laufe der Zeit kamen neben dem Holz weitere Materialien wie Methacrylat, Faserverbundwerkstoffe und Bakelit hinzu. Dennoch hat die Fackel für „Mundo el Capijo“ einen besonderen Stellenwert, der zudem die Geschichten, Ausdrucksformen und Bräuche bewahrt, die mit dem Fest verbunden sind und über Generationen weitergegeben wurden.
Die Ehrung würdigt sowohl seinen Werdegang als auch die Arbeit all jener, die dazu beigetragen haben, diese Tradition am Leben zu erhalten und sie der jüngeren Generation näherzubringen. Der Geehrte ist überzeugt, dass die „Tablas“ eine Zukunft haben: „Solange es Kinder gibt, werden die ‚Tablas‘ nicht verloren gehen“, bekräftigt er.
Der Spitzname „Mundo el Capijo“ ist ebenfalls Teil seiner Familiengeschichte. Der Spitzname stammt aus früheren Generationen und hat sich unter seinen Geschwistern erhalten. Als gebürtiger Einwohner der Gegend von San Antonio-Campino und Ältester von sieben Geschwistern ist er seit seiner Kindheit mit den „Tablas“ verbunden und hat diese Tradition, die er als einzigartig betrachtet, sogar während seiner Reisen außerhalb der Kanarischen Inseln verteidigt.
Im Anschluss an die Ehrung findet eine kommentierte Weinprobe mit Weinen aus Icod de los Vinos statt, die von der Bodega Viña Engracia organisiert wird und dem Publikum den Reichtum des Weinbaus in der Gemeinde näherbringen soll.
Auf dem Programm steht außerdem ein Auftritt von Esteban Aliaga (Gesang und Percussion) und Mariano Pérez (Klavier). Beide werden das Lied „Mi canción a Pinolere“ uraufführen, eine Komposition, die diesem Ort und seiner Verbindung zum Kunsthandwerk, zur Volkskultur und zu den Traditionen der Kanarischen Inseln gewidmet ist.
Mit diesem Programm wird der letzte Tag der Regionalen Handwerksmesse von Pinolere das Gedächtnis und das kulturelle Erbe der Inseln würdigen und zudem jene Menschen ehren, die ihre traditionellen Ausdrucksformen am Leben erhalten. [Ayto. La Orotava]
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