Einziges Obdachlosenheim


Die Vize-Bürgermeisterin von Santa Cruz de Tenerife, Zaida González (Mitte), besuchte das Obdachlosenheim, das nicht nur Personen aus der Gemeinde, sondern auch aus anderen Orten der Insel offen steht. Deshalb richtet sie einen Appell an andere Gemeinden und Institutionen, sich ihrer Verantwortlichkeit nicht zu entziehen. Foto: Ayuntamiento de Santa Cruz de Tenerife

Santa Cruz fordert Engagement für Wohnungslose von anderen Institutionen

Teneriffa – Für die Betreuung der Obdachlosen auf den Kanarischen Inseln und im Besonderen auf Teneriffa ist mehr Sensibilität und Solidarität der Institutionen gefragt. Die stellvertretende Bürgermeisterin von Santa Cruz de Tenerife, Zaida González, richtete beim Besuch des Obdachlosenheims der Stadt einen Appell an alle Verantwortlichen, sich auf diesem Gebiet zu engagieren. Bis heute sei Santa Cruz de Tenerife die einzige Stadt auf der Insel, die eine Notunterkunft für Obdachlose unterhält, erklärte sie. Seit 20 Jahren leiste Santa Cruz diesen Dienst und habe in dieser Zeit über 2.600 Personen betreut, viele davon aus Santa Cruz, aber auch Menschen aus anderen Gemeinden und aus dem Ausland.

„Im Namen von Santa Cruz appelliere ich erneut an die Behörden, Solidarität zu zeigen und Beihilfe zu leisten, um gemeinsam diese Herausforderung zu meistern, die nicht nur eine Angelegenheit der Hauptstadt ist“, erklärte sie.

Es könne nicht angehen, dass Santa Cruz weiter die einzige Gemeinde der Insel ist, die ein Obdachlosenheim unterhält, sagte Zaida González weiter und monierte, dass sie Jahr für Jahr neue Versprechungen über eine Strategie für die Bekämpfung der Obdachlosigkeit hört, die dann nicht eingehalten werden. „Es ist an der Zeit, sich zu besinnen und sozial für Teneriffa zu engagieren, wie wir es in Santa Cruz täglich tun“ fügte sie hinzu.

Bei ihrem Besuch im Obdachlosenheim, das sich im Stadtgebiet Salud-La Salle befindet, begrüßte Zaida González einige Nutzer der Notunterkunft persönlich. Sie begutachtete die Dachsanierung sowie die neuen Warmwasser-Heizkessel der Unterkunft.

Das Obdachlosenheim von Santa Cruz bietet 97 teilstationäre Übernachtungsmöglichkeiten für Wohnungslose sowie 20 weitere Plätze für Kurzaufenthalte. Im Bereich Verpflegung werden Frühstück, Mittagessen und Abendessen angeboten, auch für Personen, die keine Übernachtungsgäste sind. Monatlich werden laut Zaida González an die 14.000 Essen ausgegeben.

Außerdem bietet das „Centro Municipal de Acogida“ als zusätzliche Dienstleistungen Duschmöglichkeiten und Toiletten, grundlegende Hygieneartikel, eine Aufbewahrungsstelle für persönliche Gegen­stände und eine Kleiderausgabe.

Unter der Leitung des Sozialamts der Stadt – Instituto Municipal de Atención Social (IMAS) – und in Zusammenarbeit mit der mobilen Betreuungseinheit Unidad Móvil de Atención (UMA), die sich um Wohnungslose in allen fünf Stadtbezirken kümmert, werden über das Obdachlosenheim auch Arzttermine und Transporte koordiniert.




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