Einladung an Papst Franziskus


Fernando Clavijo wurde vom Papst begrüßt. Foto: efe

Fernando Clavijo nahm in Rom an der Messe für Flüchtlinge und Migranten teil

Rom/Kanarische Inseln – „Ich konnte ihn begrüßen und überreichte ihm als Geschenk ein Buch über José Viera y Clavijo“, berichtete der kanarische Regierungschef nach seiner Rückkehr aus Rom. Fernando Clavijo nahm am 6. Juli im Petersdom an einer Messe für Migranten und Flüchtlinge teil, die Papst Franziskus in Erinnerung an seinen Besuch auf Lampedusa im Juli vor fünf Jahren feierte. An der Messe nahmen neben Migranten auch Vertreter von Organisationen, die sich für Flüchtlinge engagieren, teil, darunter auch die spanische Organisation Proactiva Open Arms, die durch ihren Direktor Óscar Camps vertreten war.

Der kanarische Regierungschef nutzte die Gelegenheit, um Papst Franziskus auf die Kanarischen Inseln einzuladen, die noch nie von einem Papst besucht worden sind. „Wir wissen, dass er sicher viele Einladungen bekommt, aber wir wollten es eben auch tun“, sagte Clavijo.

Fernando Clavijo (l.) mit Óscar Camps, Direktor der spanischen Nichtregierungsorganisation Proactiva Open Arms, im Vatikan. Foto: EFE

Während Italien Schiffen von Hilfsorganisationen mit Flüchtlingen an Bord weiter die Einfahrt in die Häfen verwehrt, appellierte Papst Franziskus an die Solidarität.

In seiner Predigt vom 6. Juli sagte er: „Angesichts der Herausforderungen durch die Migrationen heute besteht die einzige vernünftige Antwort in der Solidarität und Barmherzigkeit; eine Antwort, die nicht zu viele Berechnungen anstellt, sondern eine gerechte Aufteilung der Verantwortung erfordert. Eine angemessene und ehrliche Beurteilung der Alternativen und eine umsichtige Handhabung. Eine gerechte Politik stellt sich in den Dienst am Menschen, sie dient allen betroffenen Personen; sie kümmert sich um geeignete Lösungen zur Gewährleistung der Sicherheit sowie der Achtung der Rechte und der Würde aller; sie versteht es, auf das Wohl des eigenen Landes zu schauen und zugleich das der anderen Länder zu berücksichtigen in einer untereinander immer mehr verbundenen Welt. Eben auf diese Welt blicken die jungen Menschen.“

Und am Ende seiner Predigt fügte er hinzu: „Ich möchte mit einigen Worten auf Spanisch schließen, die besonders an die Gläubigen aus Spanien gerichtet sind. Es war mein Wunsch, den fünften Jahrestag meines Besuchs auf Lampedusa mit Euch zu feiern, die Ihr die Helfer und die aus dem Mittelmeer Geretteten vertretet. Ersteren möchte ich meinen Dank dafür ausdrücken, dass Ihr heute das Gleichnis des Guten Samariters verkörpert, (…). Den Geretteten möchte ich abermals meine Solidarität und Unterstützung bekunden, da ich die Tragödien kenne, vor denen Ihr geflohen seid. Ich bitte Euch, dass Ihr weiterhin Zeugen der Hoffnung seid in einer Welt, die täglich mehr um ihre Gegenwart besorgt ist, aber kaum Zukunftsperspektiven hat und unwillig ist zu teilen, und dass Ihr unter Achtung der Kultur und der Gesetze der Aufnahmeländer gemeinsam am Weg der Integration mitarbeitet.“




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