Drohnen suchen nicht genehmigte Bauten


Auf den Luftaufnahmen der Drohnen sind illegale Bauten gut erkennbar. Foto: fotosaereasdecanarias.com

Die Finanzbehörden entdeckten allein in 2018 5.000 nicht eingetragene Bauwerke auf den Kanaren

Kanarische Inseln – Mitarbeiter der Finanzbehörden haben in den letzten sechs Jahren auf den Kanarischen Inseln im Durchschnitt täglich 62 nicht genehmigte Bauten entdeckt. Dies ist das Ergebnis von Ermittlungen, welche die Kataster-Generaldirektion im Jahr 2013 als Maßnahme gegen die Schattenwirtschaft begonnen hatte.

Für die Umsetzung des ehrgeizigen Planes zur Bereinigung der Kataster-Aufzeichnungen hat das Finanzministerium auch Drohnen eingesetzt, um von oben Pools, Gerätehäuschen oder gar Wohnhäuser, die gebaut wurden, ohne sie beim Fiskus anzumelden, aufzuspüren. 88 kanarische Gemeindegebiete wurden auf diese Weise durchkämmt.

Im vergangenen Jahr 2018 wurden die letzten Inspektionen durchgeführt und insgesamt fast 5.000 Bauten entdeckt, die nicht im Kataster eingetragen waren und für die ihre Eigentümer demzufolge auch keine Immobiliensteuer (IBI) zahlen.

Insgesamt brachte die Arbeit von rund 2.300 Finanzbeamten in den letzten sechs Jahren die Existenz von fast 135.000 nicht eingetragenen Bauwerken auf dem gesamten Archipel ans Licht. In ganz Spanien sind es über drei Millionen.

Für die groß angelegte Suche, die durch den ehemaligen Finanzminister Cristóbal Montoro (Partido Popular, PP) begonnen wurde, setzten die Beamten Drohnen, Kameras und weitere geeignete technologische Mittel ein, um versteckte Immobilien zu entdecken.

Entscheidend war der Einsatz von Drohnen, um rund 4.000 Schwimmbäder zu entdecken und zu fotografieren, die gebaut wurden, ohne das Finanzamt darüber zu informieren.

Darüber hinaus wurden 64.739 Anbauten und Renovierungen von Wohnhäusern gefunden. Verbesserungen, Renovierungen und Anbauten wirken sich auf die Höhe der Immobiliensteuer IBI aus, weshalb Arbeiten, die den Wert einer Immobilie erhöhen, dem Finanzamt gemeldet werden müssen.

Auch die Existenz vieler Neubauten ist dem Fiskus entgangen, 47.206 wurden im Zuge der Inspektion gefunden. Die Ayuntamientos können nun gegebenenfalls entgangene Steuern für bis zu vier Jahre rückwirkend einfordern.




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