Begräbnisstätte im Berg


In der Höhle, die den Ureinwohnern als Begräbnisstätte diente, wurden die Überreste Dutzender Individuen gefunden. Fotos: EFE

Mittels Drohne wurde eine unzugängliche Bestattungshöhle der Ureinwohner entdeckt

Gran Canaria – Eine Gruppe von Hobby-Archäologen hat vermutlich die bisher größte Grabhöhle der Ureinwohner Gran Canarias gefunden. Die Finder setzten die Inselregierung in Kenntnis, und diese hat bereits Proben entnehmen lassen, die eine Datierung der Knochen ermöglichen sollen.
Ersten Schätzungen zufolge sind in der Höhle über siebzig Menschen bestattet worden. Zahlreiche Knochen liegen innerhalb und außerhalb der Höhle verstreut, was darauf hindeutet, dass die Begräbnisstätte aus vorspanischer Zeit geplündert wurde. Experten gehen davon aus, dass diese Plünderung nicht in der heutigen Zeit stattgefunden hat sondern Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Museen Einheimische dafür bezahlten, ihnen Schädel und lange Knochen aus den Grabhöhlen der Ureinwohner zu bringen. Das könnte der Grund sein, dass von diesen Überresten im Verhältnis viel weniger vorhanden ist, als von den kleineren Knochen.
Die Archäologie-Gruppe, die sich El Legado nennt, entdeckte die Höhle dank des Einsatzes einer Drohne. Die Fundstätte ist sehr schwer zugänglich, was erklärt, warum dort noch immer so viel archäologisches Material erhalten geblieben ist. Um erneute Plünderungen oder Zerstörungen zu vermeiden, wird die Lage der Höhle nicht bekannt gegeben. Man weiß nur, dass sie sich in einem Naturschutzgebiet befindet, in welchem es noch mehr solcher Bestattungshöhlen gibt.

Kletterer waren schon vor 30 Jahren da
Nachdem der Drohnenfund bekannt wurde, meldeten sich zwei Männer namens Esteban Gopar Cordero und Daniel Ramírez, die berichteten, schon nahezu 30 Jahre zuvor in dieser Höhle gewesen zu sein. „Ich fand einige Knochen am Fuß des Abhangs, die aussahen, als wären sie von oben herabgefallen, deshalb beschloss ich, hinaufzuklettern und fand diese Höhle“, berichtete Esteban Gopar Cordero. Er meldete den Fund damals dem kanarischen Museum und bot sich als Führer an, doch es wurde nichts unternommen, um die Fundstätte zu sichern und wissenschaftlich zu erforschen.

Zweiter Fund
Kurze Zeit nach der aktuellen Wiederentdeckung der Grabhöhle, wurde nahe der ersten eine weitere Begräbnisstätte entdeckt. Diese ist jedoch sehr viel leichter zugänglich und deshalb auch umso mehr von Plünderung und Verwüstung bedroht. Sie wurde von drei Schülern der IES José Zerpa (Vecindario) gefunden, die mit ihrer Klasse einen Schulausflug in die Gegend unternahmen. Sie entdeckten in geringer Höhe oberhalb eines Wanderweges eine Höhle, kletterten hinauf und fanden darin menschliche Knochen und Schädel vor, augenscheinlich ein Bestattungsort der Ureinwohner. Die Jungen veränderten nichts, machten einige Fotos und verständigten die Behörden von ihrem Fund.

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