Das große Kanarenrätsel

Persönlichkeiten, Orte, Ereignisse, Begriffe aus Geschichte, Kunst, Kultur, Wissenschaft, Kulinarik… Alles kann sich hier verbergen.

Die Lösung zu diesem Rätsel gibt es bereits am Kiosk in der aktuellen Ausgabe 472.

Das große Inselrätsel, Ausgabe 471

In den Prospekten schreiben sie über mich von türkisfarbenem Nass, beeindruckenden Gesteinsmassen und einer natürlichen Schönheit. Und ich wusste bisher überhaupt nicht, dass ich so schön und so ein Kracher auf unserer schönen Insel La Palma bin. Jetzt weiß ich es.

Noch nichts weiß ich allerdings über meine Entstehung. War ich eines Morgens einfach da, als die Sonne über dem Meer aufging? Hat mich jemand in einer Arbeitshose an einem Nachmittag hergestellt, richtig fleißig mit Bohrmaschine und Akkuschrauber und viel Lärm und viel Staub? Oder dauerte es viele Jahre und viele ganz kleine Veränderungen, bis ich so war, wie ich jetzt bin?

Die, die mich früher nutzten, um sich zu verstecken, die hatten wahrscheinlich auch keine Ahnung von mir. Und ihnen war es bestimmt auch egal. Sie wollten sich ja einfach nur in Sicherheit bringen vor denen, die sie suchten und nicht fanden. Wie eine Schwiegertochter vor der Schwiegermutter. Oder erschrockene Eltern, wenn die Kinder schon wieder nach einer Taschengelderhöhung fragen.

Damals versteckten diese bestimmten bösen Leute in mir aber nicht nur sich selbst, sondern auch das, was sie anderen genommen und sich selbst gegeben hatten. Damit die es ihnen nicht wieder nehmen konnten. Heute ist das zum Glück nicht mehr so, denn die Bösen sind verschwunden. Und nachdem mich Fischer für den direkten Fischverkauf und andere als Warenumschlagplatz nutzten, als Straßen noch nicht vorhanden waren, bauten die Guten hier vor einhundert Jahren schöne kleine Behausungen unter ein natürlich schützendes Dach, das niemals einstürzen wird.

Wer mich auf einen Ausblick oder ein Foto besuchen möchte, darf das gern mit einem Boot vom Meer aus oder einem Auto vom Parkplatz oben tun. Sie oder er sollte aber gut in seinen festen Schuhen stehen und stabil in den Knien sein, denn vom Ausgangsort führt der Weg schon ein wenig bergab. Aber wenn meine Besucher in ihren Wagen die Serpentinen oben geschafft haben, schaffen sie dann auch das noch …

Wer oder was bin ich?

(Jens Klausnitzer)