Nayra Sanz Fuentes analysiert in der Casa de Colón die visuellen Mechanismen, die das nationalsozialistische Weltbild prägten
Die Autorin von „El cuerpo nazi. El cuerpo contenido. La estética del poder en el cine de Leni Riefenstah“ wird am 16. Juni um 19:00 Uhr von der Filmemacherin Alba González de Molina und dem Filmkritiker Claudio Utrera begleitet
Las Palmas de Gran Canaria, 10. Juni 2026.- Die Casa de Colón veranstaltet am 16. Juni um 19:00 Uhr die Buchvorstellung von „El cuerpo nazi. El cuerpo contenido. Die Ästhetik der Macht im Kino von Leni Riefenstahl“ der Filmemacherin, Autorin und unabhängigen Produzentin Nayra Sanz Fuentes, das kürzlich im Verlag Editorial Trotta erschienen ist.
An der Veranstaltung nehmen die Filmemacherin Alba González de Molina und der Filmkritiker Claudio Utrera teil, die die Autorin bei einer Diskussion begleiten, die eine Reflexion über die Beziehung zwischen Ästhetik, Ideologie und Körperdarstellung anhand der Analyse des filmischen Werks von Leni Riefenstahl anregt. Der Eintritt ist frei, solange Plätze verfügbar sind.
Achtzig Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus bietet der Essay eine kritische Neubetrachtung jener Bilder, die zur Entstehung des visuellen Bilduniversums des nationalsozialistischen Regimes beitrugen und die in vielen Fällen weiterhin die zeitgenössische Kultur beeinflussen. Die Autorin untersucht, wie die politische Macht den Körper zu einem zentralen Element ihres gesellschaftlichen Projekts machte und wie das Kino zu einem grundlegenden Instrument zur Prägung individueller und kollektiver Identitäten wurde.
Das Werk führt den Begriff des „beherrschten Körpers“ als Schlüssel zur Interpretation der nationalsozialistischen Symbolik ein. Anhand dieses Begriffs analysiert Sanz Fuentes die Darstellung eines disziplinierten, geordneten und den Idealen des Regimes unterworfenen Körpers, der zum Propagandainstrument und Ausdruck einer bestimmten Machtvorstellung wurde.
Die Analyse konzentriert sich insbesondere auf das Werk von Leni Riefenstahl, die als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten bei der Gestaltung der visuellen Ästhetik des Dritten Reiches gilt. Insbesondere untersucht die Autorin Filme wie „Triumph des Willens“ und „Olympia“, Werke, die dazu beitrugen, ein visuelles Modell zu festigen, das auf dem basiert, was sie als „idealistischen Realismus“ definiert – fähig, Ideologie in Spektakel zu verwandeln und ihre ästhetischen Codes über ihren historischen Kontext hinaus zu projizieren.
Ausgehend von der Analyse des Werks von Leni Riefenstahl regt das Buch zum Nachdenken über die Beziehung zwischen Bild, Macht und Ideologie an und untersucht, wie bestimmte Darstellungen des Körpers und der Gemeinschaft in der zeitgenössischen visuellen Kultur weiterhin nachwirken. Die Studie befasst sich mit der Fähigkeit von Bildern, kollektive Vorstellungswelten zu prägen und politische sowie soziale Werte über ihren ursprünglichen Kontext hinaus zu projizieren.
Über die Autorin
Nayra Sanz Fuentes ist Filmemacherin, Autorin und unabhängige Produzentin. Ihre Arbeit untersucht die Verbindungen zwischen Körper, Macht und Territorium und analysiert, wie Technologie und Natur die Gestaltung zeitgenössischer Lebensformen beeinflussen.
Sie hat einen Abschluss in Hispanistik und eine Ausbildung in Filmregie in Berlin und New York absolviert. Ihre Arbeiten wurden auf zahlreichen internationalen Festivals gewürdigt und mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. Zu ihren herausragenden Werken zählen die Kurzfilmserie „Distopías alcanzadas“ und der Spielfilm „Tan antiguo como el mundo“.
Ihr Schaffen zeichnet sich durch einen Blick aus, der zwischen Poesie und kritischem Denken wechselt und die Grenzen zwischen Fiktion, Dokumentarfilm und visuellem Essay auflöst, um Fragen rund um Erinnerung, Identität und die in Bildern vorhandenen Machtmechanismen zu thematisieren. [Cabildo de Gran Canaria]
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