Das Werk des Schriftstellers Benito Pérez Galdós wird am 23. April um 20:30 Uhr auf der Terrasse der Biblioteca Insular anlässlich des Tages des Buches aufgeführt
Las Palmas de Gran Canaria, 20. April 2026. – „Marianela“, das als eines der Hauptwerke im Rahmen des literarischen Schaffens des Schriftstellers Benito Pérez Galdós gilt, wurde vom Kulturverein Salsipuedes aus Arucas für die Theaterbühne adaptiert. Am 23. April um 20:30 Uhr bringt der genannte Verein das romantisch angehauchte Werk des kanarischen Schriftstellers auf die Terrasse der Biblioteca Insular – in einer 50-minütigen Inszenierung unter der Regie von José Gilberto Moreno, die im Rahmen des Programms „Abril-Libro“ stattfindet, das vom Kulturdezernat des Cabildo von Gran Canaria anlässlich des Tages des Buches organisiert wird.
Besetzung
Die Besetzung dieser Produktion der Kulturvereinigung Salsipuedes unter der Regie von José Gilberto Moreno besteht aus Cynthia Jiménez (Marianela), Enrique González (Pablo), Raúl Bermúdez (Doktor), Eusebio Henríquez (Don Francisco), Diana Travieso (Florentina), María Lourdes García (Manuela), Vanesa Falanca (Donata), Yurena Marrero (Señora Marrero), Ainhoa Guerra (Tochter von Señora Marrero), María del Cristo Lorenzo (Felipa) und María del Mar Santana (Sofía).
Thema und Hintergrund des Werks
In „Marianela“ behandelt Galdós verschiedene zentrale Themen wie den Kontrast zwischen Schein und Sein, soziale Ungerechtigkeit und die verwandelnde Kraft der Liebe. Das Werk erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die zwar nicht besonders hübsch, aber von großem Herzen ist. Es ist ein realistischer, aber zugleich romantischer Roman mit Figuren, die als soziale Archetypen ihrer Zeit fungieren: Marianela steht für die Fantasie, Pablo für den Rationalismus, Teodoro für die Wissenschaft, womit Galdós die Thesen von Comte in einer seiner gelungensten Schöpfungen weiterentwickelt.
Der Roman wird als Märchen ohne Happy End bezeichnet; er greift Gefühle und Emotionen auf, die zeitlos sind, und nutzt dabei auf subtile Weise die soziale Kritik, die die Klassenunterschiede zwischen den einzelnen Figuren widerspiegelt.
Eine literarisch anspruchsvolle Herangehensweise
Der Kulturverein Salsipuedes nähert sich dem literarischen Werk mit literarischer Strenge und adaptiert es für die Bühne, wie es der Autor vorgeschlagen hatte. Die Trilogie von Salsipuedes – bewahren, vermitteln, wertschätzen – findet ihren Sinn in einem der Wünsche von Don Benito, dass dieser Roman für das Theater adaptiert werden sollte. Erst den Brüdern Álvarez Quintero gelang es 1916, das Werk in einer Adaption auf die Bühne zu bringen, die in den Theatern ganz Spaniens einen durchschlagenden Erfolg erzielte und bei deren Generalprobe der Schriftsteller selbst, sichtlich bewegt, hinter den Kulissen anwesend war. „Zu diesem Zeitpunkt war Galdós bereits ein 73-jähriger Greis, der sich kaum noch bewegen konnte, sein Augenlicht verloren hatte und nur noch wenige Hoffnungen im Leben hegte, doch all seine Sorgen verflüchtigten sich schnell, als er die Stimme der Schauspielerin hörte, die Marianela zum Leben erweckte. Von intensiven Emotionen überwältigt, ergriff Galdós fest die Hände der Quinteros und brach in Tränen aus wie ein Kind, ohne seine Tränen zurückhalten zu können“, berichtet der Verein.
Für Salsipuedes bedeutet dieses Stück, diesen emotionalen und gefühlsmäßigen Kontrast wiederzubeleben und zu erklären: die Persönlichkeit von Galdós, die romantische Versuchung, Licht und Schatten der Wissenschaft, soziale Probleme, die Wahl zwischen Güte und Schönheit sowie die Kritik an einer sehr ungerechten Gesellschaft. Sie legen Wert darauf zu zeigen, wie es der Kultur eines berühmten Kanariers gelungen ist, sich mit einem Werk zu verbreiten, das in Dutzenden von Ländern adaptiert und übersetzt wurde und so weltweit populär wurde. Hundertzehn Jahre später greift sie es wieder auf und bringt es auf die Bühne, in der Gewissheit, dass Galdós es hinter den Kulissen genießen wird. [Cabildo de Gran Canaria]

