Atlantik-Regatta für Amateure und Profis


Am 5. November überquerten zunächst die Mehrrumpfboote die Startlinie in Las Palmas (oben), danach folgten die Einrumpfboote. Fotos: World Cruising club/Clare Pengelly

ARC+ 2017 – In Las Palmas sind die ersten 68 Boote zur Atlantiküberquerung gestartet

Gran Canaria – Am Sonntag, dem 5. November sind in der Bucht von Las Palmas bei herrlichem Sonnenschein und einer leichten Brise die 68 Boote der diesjährigen ARC+ Regatta für Fahrten- und Regattasegler an den Start gegangen. Die erste Etappe der Atlantiküberquerung führt von Gran Canaria nach Mindelo, Kap Verde, wo ein drei- bis fünftägiger Zwischenaufenthalt eingeplant ist, bevor es zusammen mit den Booten der ARC, die am 19. November von Las Palmas aus starten werden, über den Atlantik bis zur Karibikküste der Insel Saint Lucia geht.

An der Startlinie waren am 5. November zwanzig Nationen mit insgesamt 300 Teilnehmern im Alter zwischen drei und über 70 Jahren vertreten. Eine bunt gemischte Segler-Community, die in den Wochen und Tagen vor dem Start im Hafen von Las Palmas zusammengewachsen ist.

Am 5. November überquerten zunächst die Mehrrumpfboote die Startlinie in Las Palmas (oben), danach folgten die Einrumpfboote. Fotos: World Cruising club/Clare Pengelly

Seit mehr als drei Jahrzehnten hat die ARC ihren festen Platz auf der Wunschliste von Hochseeseglern, die den Atlantik in Gemeinschaft von Jachten aller Typen und Größen ü̈berqueren wollen. Fast 300 Boote segeln dieses Jahr unter der ARC‐Flagge bei der fast ausverkauften Veranstaltung. Familienboote, Profi‐Regattasegler, pensionierte Ehepaare, wettbewerbsorientierte Mitsegler und abenteuerlustige Amateure: Sie alle gehen an den Start, um in diesem Herbst einen unvergesslichen Segeltö̈rn über den Atlantischen Ozean zu erleben.

Die Segler haben die Wahl zwischen zwei Routen, und so gibt es auch 2017 wieder die beiden Starts ARC+ (5. November) mit Zwischenstopp auf São Vicente (Kapverden) und Weiterfahrt am 15. November, und ARC (Start am 19. November). Die größere ARC Flotte von etwa 200 Booten segelt direkt nach Saint Lucia. Die Jachten verbringen durchschnittlich 18 bis 21 Tage auf See.

Die Rallye bringt die unterschiedlichsten Mannschaften – dieses Jahr über 1.600 Segler aus aller Welt – zusammen, die vor der Abfahrt auf Gran Canaria gemeinsam ein Programm erleben, das aus Seminaren, Sicherheitslehrgä̈ngen, Ausflü̈gen in die Umgebung und einem umfangreichen Unterhaltungsangebot besteht und bis zum Starttag andauert, wenn die Segler mit Musik und Hurra von Hunderten von Anhängern verabschiedet werden. Auch auf See dauert die kameradschaftliche Verbundenheit an, denn die Segler haben täglich Funkkontakt, geben ihre Positionen an, erhalten Wetterberichte und berichten auf der Website der Rallye ü̈ber ihre Abenteuer, sodass Freunde und Familie ihnen folgen können. Wenn der Landfall in Rodney Bay Marina auf Saint Lucia Anfang Dezember erfolgt, werden sie (Tag und Nacht!) mit einem karibischen Willkommensgruß, bestehend aus einem Frü̈chtekorb und Rumpunsch, empfangen.

Die letzte Festveranstaltung der ARC 2017 ist die Preisverleihung am 16. Dezember.

Teilnehmer der ARC 2017

Während die ̈Durchschnittslänge der Boote in der diesjährigen Flotte etwas unter 50 Fuß (15 m) liegt, ist die schneidige Pogo 30 Avel Biz mit 9,14 m das kleinste Boot der ARC 2017 und wird von drei Franzosen gesegelt. Am anderen Ende der Skala wird Mindelo dieses Jahr mit der 100 Fuß (30 m) Sparkman & Stevens Slup Altair einen besonders großen Besucher begrü̈ßen dürfen. Besonders populär sind dieses Jahr Mehrrumpfboote, denn es kommen beein­druckende 29 Katamarane und drei Trimarane zusammen.

Nachdem mehrmals hintereinander Einrumpfboote den ARC Streckenrekord eingestellt haben (letztmals 2016 von George David’s Rambler 88 in der Zeit von 8 Tagen, 6 Stunden, 29 Minuten und 15 Sekunden), sind es dieses Jahr die Mehrrumpfboote, die es sich als Herausforderung gesetzt haben, als erste 2017 den Rumpunsch zu erreichen. Dazu gehö̈ren Rapido, ein neuer 60 Fuß One Off leistungsstarker Trimaran, der außergewöhnliche Geschwindigkeit mit Fahrtenseglerkomfort verbindet, und die österreichische Outremer Light 64 Saudade, der mit 19,5 m lä̈ngste Katamaran der diesjährigen ARC von Christof Petter. Die Crew der Saudade besteht aus Ex-Olympia und Volva Ocean Regattaseglern, die mit Sicherheit das Beste aus dem Boot herausholen werden.

Fü̈r viele andere Crews ist die Atlantiküberquerung ein großes Abenteuer, und das Kennenlernen des Ozeans steht im Vordergrund. Sie mü̈ssen nicht als erste den Rumpunsch trinken, denn jedes der 300 Boote hat eigene Gründe, sich der Rallye anzuschließen. Besonders bedeutungsvoll ist die ARC 2017 fü̈r zwei Boote, die drei Jahrzehnte nach ihrer ersten ARC wieder nach Las Palmas zurü̈ckkehren. Es ist natü̈rlich die jü̈ngere Generation, die in die Fußstapfen der Eltern tritt. Nikodem Jasiński baute Mateńka 1986 und segelte mit der ARC 1987 nach Barbados, wo die Rallye damals endete. Zu dieser Zeit gab es nicht viele polnische Segler, die eine Atlantikü̈berquerung wagten. 30 Jahre später kreuzen mit dem sorgfä̈ltig gehüteten Logbuch von damals seine beiden Tö̈chter Elisa und Joanna auf und bereiten die gleiche Mateńka auf die Atlantikü̈berquerung mit der ARC 2017 vor. Das zweite Boot ist Haji, eine Rival 38A. Auch sie wurde von Eigner Frank Nixon gebaut und nahm 1987 an der ARC teil. Sein Sohn David und seine Enkelin Amy Haji segeln nun erneut in die Karibik. Sie nehmen die Route über die Kapverden.

Start von Las Palmas de Gran Canaria

Las Palmas de Gran Canaria war seit der allerersten Rallye 1986 der Startpunkt der Atlantic Rally for Cruisers.

Zum Start der ARC am Sonntag, dem 19. November werden wieder viele Zuschauer an der Uferpromenade erwartet. Um 12.30 ertö̈nt das erste Startsignal für die Mehrrumpfboote, dann startet um 12.45 die Regattagruppe und schließlich um 13.00 das Gros der Boote, die Fahrtenseglergruppe.




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