Zweifel am Politiker-Optimismus


Leichte Verbesserung der Indikatoren kommt nicht bei der Bevölkerung an

Während in Madrid gefeiert wird, dass im August die Arbeitslosenzahl um 31 Personen gesunken ist (das Wochenblatt berichtete), hält sich auch die politische Führungsspitze auf den Kanaren mit optimistischen Aussagen nicht zurück.

Regionalpräsident Paulino Rivero gab vor Kurzem seine „hoffnungsvollen Aussichten“ für den Rest des Jahres und für 2014 bekannt und versprach einen Tourismus-Boom, den wirtschaftlichen Aufschwung und den Rückgang der Arbeitslosigkeit. Mit der Folge, dass im kommenden Jahr keine weiteren Kürzungen und Steuererhöhungen vorgenommen werden müssten.

Unternehmer und Gewerkschaften nehmen derartige Aussagen dagegen mit Skepsis auf und warnen vor verfrühter Freude. Dass die Indikatoren nicht mehr ins Bodenlose abfallen, ist ihrer Meinung nach noch lange nicht mit einer endgültigen Trendwende gleichzusetzen. Statt die rosarote Brille aufzusetzen, zeigen sie im Gespräch mit einer Tageszeitung die weiterhin bestehenden Probleme auf.

Laut Vicente Dorta, Direktor der Handelskammer von Santa Cruz de Tenerife, erschwert neben der erhöhten Abgabenlast insbesondere der abgedrehte Kredithahn die wirtschaftliche Erholung. In dieser Hinsicht forderte er die Politiker zur Steuersenkung und die Banken zur Investitionsbereitschaft auf.

Juan Jesús Arteaga von der Gewerkschaft CC.OO. Canarias beklagte, die leichte Verbesserung der Indikatoren würde von den Politikern groß gefeiert, doch der Durchschnittsbürger würde nicht im Geringsten davon profitieren. Ganz im Gegenteil – die Lage der Bevölkerung würde immer schlimmer. Der Überschwang der Politiker, mit der die leichte Verbesserung hochgejubelt würde, diene allein der Vertuschung der Realität und klänge in den Ohren des kleinen Mannes wie Hohn.

Oscar Izquierdo vom Verband der Bauunternehmen schloss sich den Äußerungen von Vicente Dorta und Juan Jesús Arteaga an. Den Banken warf er darüber hinaus vor, mit Geldern gerettet worden zu sein, die von den Bürgern zurückerstattet werden müssen, den Unternehmern jedoch keine Investitionsgelder zu gewähren.

Abschließend erinnerte Izquierdo an die seit Jahren wiederholte und stets nicht eingetroffene Prognose der Experten, der Tiefpunkt der Wirtschaftskrise sei erreicht und es würde nun endlich bergauf gehen.




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