Gehälter steigen langsam wieder an


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Das durchschnittliche Jahreseinkommen der Frauen liegt immer noch 22% unter dem der Männer

Madrid – Aus der jüngsten Jahresumfrage über die Gehaltsstruktur, die Ende Juni 2019 vom Nationalen Statistikinstitut (INE) bekannt gegeben wurde, geht hervor, dass die Gehälter langsam wieder in die Höhe gehen.

So ist das durchschnittliche Jahreseinkommen im Jahr 2017 um 2,1% auf 23.646,50 Euro angewachsen. Allerdings weist das INE darauf hin, dass es sich dabei um eine mathematische Größe handele, welche die Realität nur bedingt widerspiegele. Tatsächlich gäbe es viel mehr Menschen in den niedrigeren Einkommensklassen. Der Groß­teil aller Angestellten verdient weniger als das durch das INE ermittelte durchschnittliche Jahreseinkommen. So liegt das „übliche“ Gehalt, also jenes, das die meisten Arbeitnehmer – konkret 550.000 –  beziehen, bei 17.484,06 Euro im Jahr. Dessen Steigerung fällt mit 6% im Vergleich zu 2016 (16.497,40 Euro) bedeutender aus.

Das durchschnittliche Jahreseinkommen der Frauen lag bei 20.607 Euro und somit 22% unter dem der Männer, die Differenz wurde nur um 0,4% verkürzt. Das INE führt den hohen Unterschied darauf zurück, dass insgesamt deutlich mehr Frauen als Männer in Wirtschaftszweigen mit niedrigeren Löhnen und dass sie häufiger in Teilzeit oder in befristeten Arbeitsverhältnissen beschäftigt seien. Auch falle ihr Stundenlohn bei Teilzeitarbeit im Durchschnitt geringer aus.

Nach Wirtschaftszweigen betrachtet, werden die höchsten Durchschnittsgehälter im Energiesektor (52.014,79 Euro) gezahlt, gefolgt vom Finanzsektor und dem Versicherungswesen (43.773,58 Euro). Die niedrigsten Durchschnittsgehälter finden sich in der Hotellerie (14.540,14 Euro). Das INE betont dabei, dass in fast allen Kategorien die Frauen weniger verdienten.

Weiterhin stellte das Statistikinstitut als Besonderheit heraus, dass das Durchschnittsgehalt der Direktoren und Ge- schäftsführer mit 51.010,54 Euro das der restlichen Angestellten um 115,7% übersteigt. In dieser Gruppe wurde bei den männlichen Führungskräften ein Anstieg auf 55.477,90 Euro, bei den weiblichen ein Rückgang auf 42.901,20 Euro verzeichnet.

Am geringsten verdienten die Arbeitnehmer ohne Ausbildung im Bereich Dienstleistungen (12.954,60 Euro), gefolgt von den Angestellten in der Restauration und dem Handel, das Gesundheitspersonal und die Pflegekräfte.

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