Ein Loch mit einem größerem Loch gestopft


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Kredit für Arzneimittel wird mit Etat 2012 beglichen

Nachdem sich die kanarischen Apotheker angesichts des ausgeschöpften Medikamentenetats bereits um die Finanzierung der Arzneimittel bis Jahresende sorgten (das Wochenblatt berichtete), einigten sich das kanarische Gesundheitsressort und die Apothekerkammer auf die Beantragung eines Kredits.

Insgesamt werden rund 150 Millionen Euro benötigt, um die letzten vier Monate des Jahres abzudecken. Während das Gesundheitsressort als Bürge auftreten will, sollen die Apotheker als Kreditnehmer eintreten.

Zum Zeitpunkt der Einigung bestand noch Unklarheit darüber, wie die kanarische Regierung den Kredit plus Zinsen bezahlen werde. Ende November schließlich gab Brígida Mendoza, Leiterin des Gesundheitsressorts, bekannt, der Kredit nebst Kosten werde aus dem Etat des kommenden Jahres bezahlt.

Diese Entscheidung erntete harsche Kritik in der parlamentarischen Kommission, die am 25. November über den Haushalt 2012 beriet. In diesem Jahr war der Arzneimitteletat bereits vier Monate vor Jahresende ausgeschöpft. Im kommenden Jahr soll der Etat zwar um 90 Millionen Euro erhöht werden [bei einem geschätzten monatlichen Medikamentenbedarf von 37 Millionen Euro deckt diese Summe rund zweieinhalb Monate ab], doch müssen mindestens 150 Millionen Euro zur Ausgleichung des Kredits nebst Kosten abgezweigt werden [entspricht vier Monaten]. Im Endeffekt wäre der Arzneimitteletat also sogar schon Mitte Juli aufgebraucht. Deshalb fragten sich neben den Apothekern auch die Politiker der Opposition, wie sich die kanarische Regierung und insbesondere das Gesundheitsressort die Finanzierung der Arzneimittel vorstelle.

Während Mendoza auf die ergriffenen Maßnahmen zur Optimierung hinwies und um ein bisschen Vertrauen bat, forderte die Apothekerkammer die hundertprozentige Einhaltung der alleinigen Verschreibung von Wirkstoffen, und nicht von Markenprodukten, sowie die Einsparungen bei den intensiven Krankenhauskosten.

Bis September gehörten die Kanarischen Inseln noch zu den einzigen vier autonomen Regionen Spaniens (Baskenland, Kantabrien, Asturien), die fristgemäß den Apotheken die Arzneimittelkosten bezahlten.




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