Der Kampf beginnt


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Lidl-Supermärkte erhalten Genehmigung, allerdings nicht als Discounter

Nach langem Kampf hat die deutsche Handelskette Lidl nun endlich ihre erste Eröffnungsgenehmigung auf den Kanarischen Inseln erhalten. Wie Anfang Oktober bekannt wurde, hat Arrecife auf Lanzarote der Eröffnung eines Lidl-Supermarktes in ihrer Gemeinde letztendlich zugestimmt.

Allerdings mit Einschränkungen, denn die in Deutschland als „Super-Discounter“ bekannte Kette darf auf den Kanaren nur als konventioneller Supermarkt agieren. Sprich, die Preise dürfen zwar etwas unter dem Durchschnitt liegen, jedoch nicht so tief wie in Deutschland und anderen europäischen Ländern üblich.

2008 soll eröffnet werden

Der Supermarkt wird voraussichtlich 2008 in der Nähe von Ikea eröffnet werden und über eine Verkaufsfläche von zwischen 800 und 1.200 qm verfügen.

Lidl-Regionaldirektor Javier Suárez versicherte, dass trotz der behördlich bestimmten Preisuntergrenze alle anderswo so beliebten Billig-Produkte in dem Supermarkt erhältlich sein werden. „Wir werden die Philosophie der niedrigen Preise bei guter Qualität auch auf den Kanaren beibehalten, denn der hiesige Verbraucher darf im Vergleich zu anderen autonomen Regionen nicht benachteiligt werden“, meinte Suárez wörtlich, bedauerte aber gleichzeitig, dass die Preise nicht ganz so niedrig sein dürfen wie in anderen Gebieten Spaniens. Nichtsdestotrotz, nach seiner Rechnung kann eine vierköpfige Familie bis zu 2.500 Euro im Jahr einsparen, wenn sie nur noch in einer Lidl-Filiale einkauft.

Ein langer Weg

Drei Jahre lang musste Lidl kämpfen, um die Genehmigung für die Eröffnung eines Supermarktes auf den Kanaren zu erhalten.

Letztendlich sah sich die Geschäftsleitung dazu gezwungen, verschiedene Einschränkungen hinzunehmen, was unter anderem auch ihre auf den Inseln geplante Investition erhöhte. Da Lidl nämlich auf den Kanaren nicht als „Discounter“, sondern nur als konventioneller Supermarkt geführt werden darf, müssen anstatt der geplanten 800 Produkte über 1.000 angeboten werden. Außerdem muss die Verkaufsfläche erheblich besser ausgestattet werden (mehr Regale und Kühltruhen). Und schließlich muss mehr Personal als geplant eingestellt werden, da beispielsweise die Verkaufsbereiche für Gemüse und Obst immer besetzt sein müssen.

Weitere Genehmigungen beantragt

Abgesehen von dem jetzt genehmigten Supermarkt in Arrecife, wurde die Eröffnung von weiteren neun Filialen beantragt, in Puerto del Rosario (Fuerteventura), Telde, Ingenio, Vecindario und Agüimes (Gran Canaria) und Granadilla, San Miguel de Abona, Adeje und Puerto de la Cruz auf Teneriffa. Alle sollen möglichst bereits 2008 den Betrieb aufnehmen.




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