Bananen als Exportmotor


Ausgleichsfaktor

Die Rolle, die der Anbau und Export von Bananen für die Wirtschaft des Archipels spielt, wird heutzutage meist gering geschätzt. Doch eine Studie der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität von La Laguna (ULL) hat ergeben, dass die Bananenproduktion durch den Export positive Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft und die soziale Entwicklung der Kanaren hat, die über den Landwirtschaftssektor hinausgehen.

In diesem Wirtschaftszweig sind ganzjährig mehr als 12.000 Arbeitskräfte beschäftigt. Die Jahresproduktion übersteigt 375.000 Tonnen. Damit spielt der Sektor eine grundlegende Rolle für den Handel und die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Kanarischen Inseln.

Zurzeit ist der Bananenexport, in den 95% der kanarischen Ernten fließen, neben dem Tourismus einer der wenigen Faktoren, die dazu beitragen, die erhebliche Abhängikeit vom Import von Waren und Dienstleistungen auszugleichen.

 Die Studie der ULL richtet ihr Augenmerk unter anderem auf den Synergieeffekt, den der Export der Bananen in Kühlcontainern hat. Hierfür werden dieselben Frachtbehälter benutzt wie für den Import von Lebensmitteln vom spanischen Festland. Dadurch, dass diese nicht leer zurückgehen müssen, sinken die Transportkosten für beide Sorten von Waren, und dies drückt sich direkt in niedrigeren Lebenshaltungskosten für die gesamte kanarische Bevölkerung aus.

Die jährlichen Transportkosten für den gesamten Bananenexport aufs Festland belaufen sich auf 33 Millionen Euro und werden nicht subventioniert. Diese Summe wirkt sich direkt auf die Kosten der in denselben Containern transportierten importierten Lebensmittel aus.

Die Größenordnung der Ersparnis für den Warenkorb der kanarischen Konsumenten, den die Wissenschaftler der ULL errechnet haben, liegt bei 5%. Bis zu 10% ergaben sich, wenn nur die wichtigsten Grundnahrungsmittel, wie Obst und Gemüse, zugrunde gelegt wurden.




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