„Anfälligkeit der kanarischen Stromnetze ist akzeptabel“


Manchmal zählt die Größe doch. Die sechs Stromnetze der Kanaren sind klein, isoliert und deshalb anfälliger als die Netze auf dem Festland. Das lässt sich nicht ändern. Auch das Risiko eines Totalausfalls wie neulich auf La Palma lässt sich nicht gänzlich ausschließen, sondern höchstens minimieren.

Und so ist es durchaus normal, dass die Versorgungsqualität auf den Inseln im Vergleich mit dem Festland weniger gut abschneidet (70 Stunden Versorgungsunterbrechung jährlich gegenüber 60 auf dem Festland).

Die Kanarenregierung sieht hier keine übermäßige Anfälligkeit gegeben. Ebenso stellen es die beiden wichtigsten Elektrizitätsunternehmen der Inseln, REE (Übertragungsnetzbetreiber) und Endesa (Stromerzeuger) dar.

Ein Weg zu mehr Stabilität wäre, die Inseln untereinander zu verbinden. Bei den Stromnetzen Fuerteventuras und Lanzarotes ist dies schon gegeben, und es ist angedacht, die beiden auch an das Netz von Gran Canaria anzuschließen. Bei den westlichen Inseln ist dies schwieriger. Verbindungen zwischen Teneriffa, La Palma und El Hierro gelten als nicht realisierbar. Nur La Gomera könnte an Teneriffa angeschlossen werden, um so mehr Versorgungsstabilität zu erreichen.

Studien der Netzstabilität aus dem Jahr 2004 legen nahe, dass die Zahl der Elektrizitätswerke erhöht werden sollte, für die beiden Hauptinseln von zwei auf drei und für die kleinen Inseln von einem auf zwei.

Auf allen Inseln zusammengenommen ist eine Kapazität von 3.100 Megawatt installiert, davon je 1000 Megawatt auf Gran Canaria und Teneriffa. Deren Nachfrage liegt derzeit bei 570 Megawatt, in Spitzenzeiten bei 600. Auf den kleineren Inseln, wie Fuerteventura und Lanzarote liegt die Nachfrage bei etwa 100 Megawatt. Die Versorgung ist also zurzeit gesichert. Probleme können eher beim Stromtransport auftreten, ein Bereich, in dem es noch verschiedene Engpässe gibt.




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