Wunsch an die künftige Regierung


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Abschaffung der Steuer auf Lotteriegewinne

Einen vorgezogenen Weihnachtswunsch hat der Verband der Lotterie-Einnehmer Anapel an die Regierung gerichtet, die aus den Wahlen, die am vergangenen Wochenende stattgefunden haben, hervorgehen wird. Die „Loteros“ wünschen sich, besonders im Hinblick auf die Weihnachts- lotterie, die immer besonders hohe Gewinne ausschüttet, dass die Steuer auf Lotteriegewinne wieder abgeschafft wird. Als Folge der Wirtschaftskrise hatte die Regierung von Mariano Rajoy seit 2013 eine entsprechende Steuer ins Leben gerufen. Auf alle Gewinne von mehr als 2.500 Euro sind 20 Prozent direkt vor der Auszahlung abzuführen.

Anapel hat der Regierung vorgerechnet, dass sie sich mit dieser Steuer sozusagen ins eigene Fleisch geschnitten hat, denn der Verkauf von Lotterielosen ist um zwanzig Prozent zurückgegangen, und folglich sind dem Fiskus 600 Millionen an Steuern entgangen.

Dieser Verband, in dem ausschließlich Einnehmer staatlicher Lotterien zusammengeschlossen sind, hat seine Stimme ausgerechnet während des letzten Wahlkampfes erhoben, um die Abschaffung dieser ungeliebten Steuer zu fordern, die für die Schließung eines beträchtlichen Teils von Lotterieverkaufsstellen und damit die Zerstörung von Existenzen verantwortlich ist.

In den zwei Jahren seit Einführung der Steuer haben 800 von den insgesamt 11.200 Arbeitnehmern, die in dem Sektor tätig waren, ihre Stellung verloren und rund 2.000 der insgesamt 4.100 „Administraciones“ die in Spanien existierten, wurden geschlossen oder übertragen.

Im Mai dieses Jahres hatten sich Vertreter von Anapel gemeinsam mit „Fenamix“, dem Verband der gemischten Verkaufsstellen von Lotterielosen wie Bars, Schreibwarengeschäfte und Kioske getroffen, um gemeinsam vorzugehen. Mehr als 200.000 Unterschriften von Kunden, welche die Abschaffung der Steuer forderten, waren bei der Steuerbehörde vorgelegt worden. Doch die hat sich dazu bislang noch nicht einmal geäußert.

Anapel erinnert daran, dass „Loterías y Apuestas“ eine öffentliche Einrichtung ist und der Staat von jedem Zehntellos, das verkauft wird, 30 Prozent kassiert. Von jedem Zehntellos der Weihnachtslotterie, das zum Preis von 20 Euro verkauft wird, gehen nur 14 Euro in die Gewinnausschüttung, von den restlichen sechs Euro erhält der Staat fünf Euro, und ein Euro wird für Produktionskosten verwendet. Daher sei es absolut unlogisch, die ausgeschütteten Gewinne sozusagen noch einmal zu versteuern.

Manuel Izquierdo, der Präsident von Anapel, ist der Meinung, dass die spanische Regierung in dieser Materie ebenso verfahren müsse, wie 22 der 28 EU-Staaten, die öffentliches Glücksspiel nicht mit einer doppelten Steuer belasten, die wichtigsten sind England, Frankreich und Deutschland.




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