Wohneigentum um 21% billiger – Miete um 11% teurer


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Eine Studie untersucht die Entwicklung

Madrid – In der Zeit nach der Immobilienblase ist im Vergleich zu früher der Hauskauf günstiger, während die Option der Miete immer teurer wird. Zu diesem Schluss kommen die Stiftung BBVA und das Institut für wirtschaftliche Studien Valencias (IVIE) in einer Studie, welche die Entwicklung des Immobilienmarktes und der Wohnverhältnisse zwischen 2007 und 2018 untersucht. Demnach sind die durchschnittlichen Immobilienpreise im Vergleich zum Stand kurz vor der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise um 21% zurückgegangen, während der durchschnittliche Mietpreis um 11% gestiegen ist.

In Spanien überwiegt zwar weiterhin das Wohneigentum, doch steigt die Tendenz des Wohnens zur Miete. Aus der Studie geht hervor, dass seit 2007 die Zahl der Haushalte, die zur Miete wohnen, um 4% angestiegen ist, was die Experten auf die Änderungen bei der Steuerpolitik zugunsten der Vermietung und soziodemografische Veränderungen in der Gesellschaft zurückführen. Dabei weichen die Regionen teilweise erheblich voneinander ab. In ganz Spanien leben durchschnittlich 22,9% der Haushalte in Mietverhältnissen. Dieser Prozentsatz ist auf den Kanarischen Inseln jedoch deutlich höher (27,8%), in Extremadura erheblich niedriger (10,9%). Seit 2007 hat sich der Anteil des Wohnens zur Miete besonders in Madrid, Navarra und auf den Balearen erhöht, nämlich um etwa fünf Prozentpunkte. Die steigende Tendenz zur Mietoption haben die Vermieter genutzt, um die Preise anzuheben.

Während also die Miete teurer geworden ist, hat sich der Wohnungskauf verbilligt. Die Verfasser der Studie ermittelten, dass nach Platzen der Immobilienblase mit ihren extrem überzogenen Forderungen die Preise bis 2013 um 36% zurückgingen, um sich seitdem – parallel zur Erholung der Wirtschaft – nach und nach wieder zu erhöhen. Im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche Immobilienpreis immer noch 21% unter dem des Jahres 2007. Auch hier weichen die Regionen teils beträchtlich voneinander ab. In Navarra und Aragonien liegen die Preise 41% bzw. 38% unter dem Stand von 2007, auf den Balearen nur 11% darunter.

Die Mieten sind hingegen in fast allen Regionen, ausgenommen Navarra, angestiegen, und zwar zwischen 2007 und 2018 um durchschnittlich 11%. Am stärksten haben sich die Mietpreise in Katalonien, Kantabrien und auf den Balearen erhöht. Dort zogen die Preise um bis zu 15% an. Die Stiftung BBVA und das IVIE-Institut legten dabei den Verbraucherpreisindex IPC zugrunde. Die Spanische Nationalbank bezifferte den Anstieg der Mietpreise innerhalb der letzten fünf Jahre sogar mit 50%, ausgehend von Daten des Immobilienportals Idealista. Was Experten wiederum dazu veranlasste, die Schaffung eines einheitlichen Index zu fordern, um die reale Entwicklung des Immobilienmarktes verfolgen und Vergleiche anstellen zu können.

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