Weihnachtsansprache des Königs


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Der Monarch fordert ein vorbildliches Verhalten der Inhaber öffentlicher Ämter

Die Wirtschaftskrise, ETA, sowie die weit verbreitete Korruption waren die drei wichtigsten Themen der 36. Weihnachtsansprache von König Juan Carlos, seit er im Amt ist.

Madrid – „Mich beunruhigt sehr der Mangel an Vertrauen, der sich in weiten Kreisen der öffentlichen Meinung breit gemacht hat, wenn es um die Glaubwürdigkeit und das Ansehen einiger unserer Institutionen geht. Wir brauchen Ernsthaftigkeit, Strenge und vorbildliches Verhalten, vor allem von Personen die Verantwortung tragen.“

Er verstehe das soziale Unbehagen, das durch Korruptionsskandale ausgelöst werde, wie im Falle seines Schwiegersohns. Wenn Verhaltensweisen ans Licht kommen, die sich nicht im Rahmen der Legalität und der Ethik bewegen, sei es ganz natürlich, dass die Gesellschaft reagiere. Angesichts solcher Vorfälle verlangt er das Eingreifen der Justiz und die Anwendung der Gesetze. „Glücklicherweise leben wir in einem Rechtsstaat und jede strafbare Handlung muss nach den Buchstaben des Gesetzes bestraft werden. Die Justiz ist für alle gleich“, erklärte der König kategorisch.

Seine Ausführungen zum Thema Korruption waren das zentrale Thema seiner Weihnachtsrede. Er bat seine Zuhörer, das Verhalten Einzelner nicht zu verallgemeinern. Das wäre eine Ungerechtigkeit gegenüber der großen Mehrheit der Staatsdiener, aber auch der Unternehmer und Angestellten im privaten Sektor.

Seine Ansprache hatte er mit dem Thema begonnen, das die meisten Menschen in Spanien bewegt – die Wirtschaftskrise und die Arbeitslosigkeit. Den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit zeigte er als Hauptziel auf. Die Bürger, Institutionen und öffentliche Verwaltungen rief er auf, sämtliche Kraft und Energie in die Hilfe für Arbeitslose und deren Familien einzubringen. Er sprach von der enormen Härte der Arbeitslosigkeit und ihrer Konsequenzen und wies darauf hin, dass der Weg aus der Krise weder kurz noch schnell sein werde und viel Opferbereitschaft verlange.

Für die Terrororganisation ETA, die am 20. Oktober das Ende ihres bewaffneten Kampfes erklärte, hatte er ebenfalls eine Botschaft bereit. „Es ist an der Zeit, dass die Terroristen ihre mörderischen Waffen abliefern und für immer aus unserem Leben verschwinden“, erklärte er wörtlich.

Angesichts der neuen Situation nach den Wahlen vom 20. November, verpflichtete sich der König, seine gesamte Kraft für Zusammenarbeit und Integration einzusetzen.

Wie alljährlich im Rahmen seiner Weihnachtsbotschaft erwähnte der Monarch auch seinen Sohn, den Kronprinzen Felipe, der ihn als Erbe der Krone begleite und dessen Geschick und Ernsthaftigkeit er lobte. Mit dem Hinweis, seine persönlichen Probleme seien glücklicherweise überstanden und die Gesundheit sei zurückgekehrt, beendete er seine Ansprache. „Wir sind vereint, das hat Spanien verdient und benötigt es!“




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