Verhandlungen über Lohnerhöhungen stecken fest

Antonio Garamendi, Präsident des Unternehmerverbands CEOE. Foto: EFE

Antonio Garamendi, Präsident des Unternehmerverbands CEOE. Foto: EFE

Der Ausgleich um 75% der Inflationskosten bei den Löhnen verhindert die Einigung

Madrid – Die hohe Inflation soll sich bei den Löhnen der Arbeitnehmer nicht negativ bemerkbar machen. Die Spanische Zentralbank schätzt für das Jahr 2022 eine durchschnittliche jährliche Inflationsrate von 7,5%, für 2023 von 2,5% und für 2024 von 2%. Eine entsprechende Lohnerhöhung soll den steigenden Preisen entgegenwirken. Um das zu erreichen, führen Antonio Garamendi, Präsident des spanischen Unternehmerverbandes CEOE, und die Gewerkschaftsführer, Pepe Álvarez (UGT) und Unai Sordo (CC OO), Verhandlungen, um die jährlichen Lohnerhöhungen bis 2024 festzulegen.

Die Gewerkschaften fordern eine Lohnerhöhung von 3,4% in diesem Jahr, 2,5% im nächsten und 2% im Jahr 2024. Ferner soll in den Jahren 2023 und 2024 ein Ausgleich in Höhe von 75% der Differenz zwischen der durchschnittlichen Inflation im Jahr 2022 und der in diesem Jahr erfolgten Lohnerhöhung hinzukommen. Aber dieser Ausgleich wird vom Unternehmerverband nicht akzeptiert. Der letzte Vorschlag des Unternehmerverbandes sah vor, die Löhne bis 2024 um insgesamt 8% zu erhöhen. Das fand bei den Gewerkschaften keine Zustimmung, da bei ihrem Vorschlag dieser Prozentsatz schon nächstes Jahr fast erreicht wäre. Für die Gewerkschaften steht fest, dass die Arbeitnehmer nach Ablauf der nächsten drei Jahre keine Kaufkraft verlieren dürfen. Das kann auf zwei Arten garantiert werden: Es könnte eine Lohnanpassungsklausel eingeführt werden, die zu Beginn des Jahres in Kraft treten würde, um die Inflation auszugleichen. Alternativ könnte auch eine rückwirkende Überprüfungsklausel eingeführt werden. Aber beide Vorschläge werden von den Arbeitgebern nicht akzeptiert, die argumentieren, dass die Situation der Unternehmen durch den Anstieg der Energiekosten bereits schwer beeinträchtigt wird.

Die Situation ist für Antonio Garamendi, Präsident des spanischen Unternehmerverbandes CEOE, sehr kompliziert. Einerseits drängen die Wirtschaftssektoren mit der größten Energieabhängigkeit darauf, keine Erhöhung vorzunehmen. Andererseits haben Vertreter verschiedener Wirtschaftszweige ihre Besorgnis zum Ausdruck gebracht. Sollten der Unternehmerverband und die Gewerkschaften nicht zur Einigung über die jährlichen Lohnerhöhungen bis 2024 kommen, gleichgültig wie niedrig die vereinbarte Erhöhung sein sollte, befürchten sie einen Zusammenbruch des „sozialen Friedens“ und eine ganze Serie von Streiks.

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