Vaterschaftsurlaub tut sich noch schwer


Nicht einmal die Hälfte der frischgebackenen Väter hat das Recht in Anspruch genommen

Seit Ende März haben Spaniens Männer nach der Geburt eines Kindes Recht auf einen 15-tägigen Vaterschaftsurlaub. Nach jüngsten Daten haben davon bislang aber nur 46% der potentiell Begünstigten Gebrauch gemacht.

Madrid – Die Maßnahme, die im Rahmen des spanischen Geschlechtergleichstellungsgesetzes verabschiedet wurde, soll dazu beitragen, Männer mehr in das Familienleben einzubinden sowie die Vereinbarung von Familienleben und Beruf zu erleichtern. Die Regierung ging bei der Verabschiedung des Vaterschaftsurlaubs davon aus, dass etwa 60% der Väter davon Gebrauch machen würden. Für viele der 436.000 frischgebackenen Väter stellt sich die Realität jedoch weit komplizierter dar als von den politischen Führungskräften angenommen. Vor allem für freiberuflich tätige Väter ist es schier unmöglich 15 Tage frei zu nehmen, viele Angestellte schrecken jedoch auch vor dem abweisenden Blick ihres Arbeitsgebers zurück und wieder andere sehen sich einfach nicht in der Rolle des aktiven Erziehers.

Seit Inkrafttreten der Maßnahme haben nach Angaben von Jesús Caldera, Minister für Arbeit und Soziale Angelegenheiten, dennoch immerhin 100.000 Väter das Recht in Anspruch genommen. 13 Tage des Vaterschaftsurlaubs werden von der Seguridad Social bezahlt und zwei Tage müssen vom Arbeitgeber übernommen werden.




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