Sturm Emma legt bei Cádiz altrömische Anlagen frei


Nach dem Sturm wurde am Kap Trafalgar eine römische Fischzuchtanlage entdeckt. Foto: EFE

Ein Aquädukt und eine Fischzuchtanlage wurden zutage gefördert

Cádiz – Der Sturm Emma, der Anfang März über Europa hinwegfegte und schwere Schäden verursachte, hat im Umland von Cádiz gleich mehrere archäologische Funde zutage gefördert. Nahe dem Leuchtturm von Trafalgar und der Ortschaft Barbate wurden die Reste einer mehr als hundert Quadratmeter großen antiken Fischzuchtanlage durch Wind und sintflutartige Regenfälle freigelegt, sowie am Cádizer Strand Cortadura Teile der Römerstraße und die Überreste eines Aquädukts aus dem Sand geschält.

Es war zuvor schon bekannt gewesen, dass es in der Umgebung des Trafalgar-Leuchtfeuers archäologische Stätten gibt, einen Juno-Tempel und eine Pökelmanufaktur und möglicherweise auch eine Fischzucht. Nun hat der Sturm den Archäologen die Arbeit abgenommen und die antiken Überreste der Becken ausgegraben, die nur bei Niedrigwasser begehbar sind. Ein Areal von etwa sieben mal fünfzehn Metern liegt nun frei, während weitere Teile unter großen Felsbrocken begraben blieben, die mit der Zeit unter der Einwirkung von Ebbe und Flut von den oberen Küstenbereichen auf die Fischzuchtanlage herabgerollt sind.

Während höher gelegene antike Becken durch Erosion betroffen sind, scheint der neu freigelegte Teil der römischen An- lagen am Kap Trafalgar sehr viel besser erhalten zu sein. Auch die Überreste von Sandsteinsäulen sind noch erkennbar. Die zuständigen Archäologen gehen davon aus, dass die Gezeiten die Fundstätte nach und nach wieder mit Sand bedecken werden.

Während man die Fundstätte am Kap Trafalgar vor dem Einfluss der Naturgewalten kaum bewahren kann, wurden dreißig Kilometer weiter, am Strand Cortadura vor Cádiz, Polizeiwachen aufgestellt, bis entschieden ist, wie mit dem Fund zu verfahren ist. Sie sollen verhindern, dass Hobby- und Gelegenheitsarchäologen an der durch Emma freigelegten Römerstraße und dem Aquädukt auf eigene Faust graben und möglicherweise Fundstücke aus dem Zusammenhang herausnehmen.

Die Überreste des Aquädukts gehören zu einer römischen Wasserleitung, die mit 75 Kilometern Länge eines der größten Bauwerke des antiken Hispaniens war und wahrscheinlich das fünftgrößte Aquädukt des römischen Reiches. Es brachte Wasser von den Quellen von Tempul, San José del Valle, nach Gades, dem heutigen Cádiz.




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