Stromabrechnung nach Stunden


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Voraussetzung ist ein „intelligenter“ Zähler

Seit 1. Juli wird im Rahmen des Stromstandardtarifs PVPC, dem rund 17 Millionen Haushalte angeschlossen sind, der Strom nach dem stündlichen Marktpreis abgerechnet, vorausgesetzt, es wurde bereits ein „intelligenter“ Zähler installiert.

Am 1. April 2014 ist der Stromstandardtarif TUR durch den Strompreis PVPC (Precio Voluntario para el Pequeño Consumidor, Freiwilliger Preis für den Kleinverbraucher) ersetzt worden. Dessen Komponente für die eigentliche Stromleistung wird seitdem nicht mehr per Versteigerung sondern auf dem „freien Markt“ festgelegt. Im Rahmen des PVPC kann der Verbraucher zwischen Marktpreis pro Stunde (bei Installation eines „intelligenten“ Zählers) und durchschnittlichem Marktpreis innerhalb des Abrechnungszeitraumes wählen. Daneben besteht die Möglichkeit, sich für einen festen Jahrestarif oder einen Strompreis des Versorgers zu entscheiden. 

Doch erst jetzt, seit dem 1. Juli, wird tatsächlich der stündliche Marktpreis angewendet, auch wenn den Versorgern für die Umstellung eine Übergangsfrist bis zum 1. Oktober eingeräumt wurde. Er kommt auf dem „freien Markt“ zustande und wird am Vortag auf der Website von Red Eléctrica de España (REE) veröffentlicht, sodass sich der Verbraucher darüber informieren kann, wie viel die eigentliche Stromleistung ihn am nächsten Tag in welchen Zeiträumen kosten wird. Dieser variable Anteil von 37% des Endpreises erscheint später auf der Rechnung unter der Bezeichnung „término de energía consumida TE“ (Stromverbrauch). Der Rest der Stromrechnung setzt sich aus Steuern (25%) und dem festen, von der Regierung festgesetzten Preis für den Stromtransport zusammen. 

Bislang dürfen nur Endesa, Iberdrola, Gas Natural, E.ON und EDP die Abrechnung nach auf dem Markt ausgehandelten, stündlich variablen Preisen anbieten. Die Versorger sind für die Installation des „intelligenten“, digitalen Zählers zuständig, der mit dem Unternehmen verbunden ist, sowie dessen Wartung. Der Verbraucher zahlt eine „Miete“ von 81 Cent pro Monat. Ende vergangenen Jahres waren knapp 14 Millionen neue Zähler installiert worden. Bis Ende 2018 soll der Modernisierungsprozess abgeschlossen sein. 

Ob der stündliche Marktpreis am günstigsten ist, hängt von den Gewohnheiten des jeweiligen Haushalts ab. Hier spielt eine große Rolle, dass sich der feste Teil der Stromrechnung erheblich verteuert hat. Dadurch ist der Tarif für die Haushalte mit geringem Verbrauch ungünstiger, während Haushalte mit hohem Verbrauch von der Abrechnung nach Stunden profitieren.




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