Spanien will Marokko unter die Arme greifen


Die spanische Regierung will Marokko mehr an die Europäische Union binden, um zu verhindern, dass das wirtschaftliche Ungleichgewicht zwischen den beiden Nachbarstaaten – die Differenz des Pro-Kopf-Einkommens liegt bei eins zu 15 – noch größer wird.

Madrid – Deswegen setzt sich Spanien jetzt bei der EU dafür ein, dass Marokko ein so genannter „bevorzugter Status“ gewährt wird. Damit könnte das Land die Strukturfonds erhalten, die Spanien im Verlauf der nächsten Jahre nach und nach verlieren wird.

Um das zu erreichen, will Spanien unter Umständen sogar Druck ausüben, indem beispielsweise der Eintritt der Ukraine und anderer Balkanstaaten in die EU an die Beteiligung Marokkos an den Strukturfonds geknüpft wird.

Um jedoch in den Genuss der spanischen Unterstützung und somit des bevorzugten Status und der Strukturfonds zu kommen, muss Marokko, so erklärte Außenminister Miguel Ángel Moratinos, fünf Auflagen erfüllen. Die erste Bedingung besteht beispielsweise in der Unterzeichnung eines Rückführungsabkommens illegaler Immigranten mit der EU. Des Weiteren muss sich Marokko dazu verpflichten und die notwendigen Mittel bereitstellen, um entschieden gegen Geldwäscherei vorzugehen.




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