Spanien – das gesündeste Land der Welt


Natives Olivenöl extra ist einer der Hauptbestandteile der gesunden mediterranen Ernährung, die Herz-KreislaufErkrankungen verhindern soll. Foto: Pixabay

Eine internationale Studie lobt die Ernährung und das Gesundheitswesen Spaniens

Madrid – Die „Bloomberg Heal­thiest Country“-Studie hat Spanien zum gesündesten Land der Welt erklärt. Spanien hatte im Jahr 2017 noch den 6. Platz belegt, konnte nun jedoch, zwei Jahre später, mit 92,7 Punkten Italien von der Spitzenposition verdrängen. Dafür wird insbesondere die mediterrane Ernährung, reich an Tomaten und Olivenöl, und das Gesundheitswesen verantwortlich gemacht.

Die Studie untersucht Faktoren wie die Lebenserwartung, die medizinische Betreuung oder die Verfügbarkeit von Trinkwasser. Punkteabzug gibt es für gesundheitliche Risikofaktoren wie Fettleibigkeit oder Tabakkonsum. Insgesamt 169 Länder wurden bewertet.

Die zehn „gesündesten“ Länder weltweit – darunter sechs in Europa – sind Spanien, Italien, Island, Japan, die Schweiz, Schweden, Australien, Singapur, Norwegen und Israel.

Die Studie hebt hervor, dass das Europäische Observatorium für Gesundheitssysteme und Gesundheitspolitik im letzten Jahrzehnt in Spanien einen Rückgang der Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen festgestellt hat. Dort wurde auf das hauptsächlich öffentliche Gesundheitswesen Bezug genommen, das über spezialisierte Hausärzte und Krankenpfleger, die sich insbesondere der Vorsorge bei Kindern, Frauen und Senioren widmeten, verfüge.

Der Epidemiologe und Experte des Öffentlichen Gesundheitswesens der Universität Navarra, Miguel Ángel Martínez, begrüßte gegenüber einer nationalen Zeitung das Ergebnis der Studie. Er hielt jedoch entgegen, man müsse selbstkritisch bleiben. Viele Spanier würden sich nicht nach der mediterranen Diät ernähren. Auch variiere die Qualität der Gesundheitsversorgung teilweise erheblich zwischen den einzelnen Regionen.

Spanien hat die höchste Lebenserwartung der EU mit 82,9 Jahren. Laut dem IHME-Institut in Washington könnte diese im Jahr 2040 sogar bei 85,8 Jahren liegen und die höchste weltweit sein. Doch dafür sei es erforderlich, eine gesunde Lebensweise zu fördern und so Krankheiten vorzubeugen, erklärte Martínez. „Die Ärzte sollten den Fokus auf die Lebensweise richten, auf die körperliche Betätigung und gegen das Rauchen,“ so der Arzt.

Julio Basulto, Ernährungsspezialist und Professor an der Universität Vic, erklärte gegenüber der Tageszeitung, Lebenserwartung bedeute nicht gleich Lebensqualität. Ab einem Alter von 65 Jahren würde ein großer Teil der Bevölkerung an vielen Beschwerden und Krankheiten leiden, größtenteils bedingt durch Beschwerden, die auf die Lebensgewohnheiten zurückzuführen seien.

Die gute mediterrane Küche

In Sachen Essgewohnheiten hebt die Studie die Vorteile der mediterranen Ernährung hervor und den Stellenwert von nativem Olivenöl extra und Trockenfrüchten. Italien, mit einer ähnlichen Ernährung wie der spanischen, nahm 2017 den ersten Platz ein.

Aus der Studie Predimed, die unter der Leitung von Doktor Martínez in der Universität von Navarra geleitet und im letzten Jahr vom Gesundheitsministerium veröffentlicht wurde, geht hervor, dass die mediterrane Ernährung vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, der häufigsten Todesursache weltweit, schütze.

Deutschland auf Platz 23

Deutschland belegte im Bloomberg-Ranking übrigens den 23. Platz. In Nordamerika gilt Kanada als gesündestes Land (16. Platz), weit vor den USA (35. Platz). Zwei von drei US-Amerikanern leiden an Übergewicht oder gar Fettleibigkeit.

In Lateinamerika haben Kuba, Chile und Costa Rica die Nase vorn. Kuba liegt fünf Plätze vor den USA, was die Experten damit begründen, dass in dem Inselstaat ein großer Schwerpunkt auf die Vorsorge gelegt wird. In Asien heben sich neben Japan und Singapur auch Südkorea (Platz 17) hervor, während China nur den 52. Platz belegt.

Die letzten Plätze werden insbesondere von Ländern in Subsahara-Afrika belegt, hauptsächlich wegen der hohen Todesrate aufgrund ansteckender Krankheiten.




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