Schweizer Franken – ein Problem für die Schweiz?


Ein Artikel von Ottmar Beck (Alltrust AG)

Die Tötung eines Terroristenführers und die ebenso unerwartete Verhaftung des Chefs des IWF, der wichtigsten globalen Finanzinstitution, waren außergewöhnliche politische Vorfälle.

Vor diesen ungewöhnlichen Ereignissen wurden kurzfristige beziehungsweise spekulative Geldflüsse insbesondere im Bereich der Rohstoffmärkte unterbrochen und Fragen hinsichtlich anstehender Probleme in Bezug auf die Schuldenproblematik einiger Euromitglieder aufgeworfen. In der Folge wurden auch wieder Zweifel über die Wachstumsaussicht und die Stabilität der Weltwirtschaft laut und damit haben die Kursschwankungen an den globalen Finanzmärkten wieder zugenommen. Darunter hat speziell auch der Schweizer Franken zu leiden.

Während sich Schweizer Urlauber im Moment auf den Kanaren über den niedrigen Euro-Kurs freuen, führt dieser Kurs in der Schweiz zu beträchtlichen Problemen. So hat die Firma Mopac im Wasen Lohnkürzungen um 10 % angekündigt. Die Firma erzielt 55 % ihres Umsatzes von 50 Millionen Franken im Ausland und ist deswegen vom Rückgang des Euro-Kurses massiv betroffen. Da die Firma nicht mehr ausgeben kann, als sie einnimmt, hat die Geschäftsleitung Änderungskündigungen ausgesprochen. Den Arbeitnehmern wurde der alte Arbeitsvertrag gekündigt und es wurde ihnen ein neuer Vertrag mit niedrigerem Lohn angeboten. Damit will das Unternehmen 1,5 Millionen Franken pro Jahr einsparen. Laut Auskunft der Firma haben von den 263 Mitarbeitern inzwischen 250 den Vertrag unterzeichnet. Gemäß dem neuen Arbeitsvertrag sollen die Löhne alle drei Monate an den Euro-Kurs sowohl nach unten als auch nach oben angepasst werden. Somit wird das Gehalt an den Euro-Kurs im Verhältnis zum Schweizer Franken gebunden. Die Mopac ist kein Einzelfall, andere Firmen erhöhen zum Beispiel die Arbeitszeit bei gleichem Gehalt, um den gefallenen Euro-Kurs auszugleichen.

Als kleine Volkswirtschaft wird die Schweiz von den Entwicklungen im Ausland geprägt und die derzeitigen Verschiebungen in den Währungsverhältnissen haben eine starke Auswirkung auf die Schweizer Wirtschaft. Das Platzen der Kreditblase hat in vielen Defizitländern Europas ein „Deleveraging“ ausgelöst, das potenziell deflationär wirkt. Dagegen stemmen sich diese Länder mit einer lockeren Geld- und Fiskalpolitik. Dies trifft vor allem jene Länder hart, die einen freien Wechselkurs haben und diese lockere Geldpolitik nicht übernehmen. Sie leiden unter einer Aufwertung ihrer Währung. Diese Aufwertung wiederum setzt die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Exportindustrie unter Druck und hält die Inflationsrate künstlich niedrig. Darüber hinaus wird in der Schweiz speziell die wichtige Tourismusbranche durch einen zu teuren Franken massiv geschädigt. Die Zentralbank wird in diesem Szenario dazu gezwungen, die Zinsen tendenziell niedrig zu halten. Diese Konsequenz könnte aufgrund der zu langen Niedrigzinspolitik in der Schweiz zu einer erneuten Krise führen, wenn nicht rechtzeitig Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

In der Zeit von 1991 bis 2007 haben sich aufgrund der steigenden Verschuldung zum Beispiel in Spanien die Immobilienpreise fast vervierfacht. Während dieser Zeit gingen die Immobilienpreise in den Kapitalexportländern, wie zum Beispiel auch der Schweiz, durch eine Talsohle. Seit dem Platzen der Kreditblase hat sich dieses Blatt gewendet: Die Preise in Spanien fallen, die in der Schweiz beschleunigen nach oben. An einigen Orten scheint der Immobilienmarkt in der Schweiz allerdings bereits überhitzt zu sein. Doch in der Breite sind die Immobilienpreise bisher nur moderat gestiegen. Die Preise für Einfamilienhäuser haben jetzt wieder das Niveau des letzten Höchststandes von 1990 erreicht. Berechnet man die reale Entwicklung der Häuserpreise und berücksichtigt, dass in der Zwischenzeit alles andere teurer geworden ist, so liegen die Immobilienpreise noch um fast 25 % unter den vormaligen Höchstpreisen. Langfristig ist bei dem zu niedrigen Zinssatz vor der Gefahr einer falschen Investitionsentscheidung für die Kapitalanlage zu warnen. Die Schweizer Nationalbank muss aufpassen und darf nicht wieder eine so gefährliche Immobilienblase wie in den neunziger Jahren in der Schweiz entstehen lassen.

Für Anlagen in Schweizer Franken, mit einer Verzinsung von nahezu null, gilt: Auch dieser Kurs kann sich viel schneller wieder drehen, als die meisten Anleger erwarten!

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Haben Sie Interesse? –

Sie können bei Herrn Robert Burlon unter der Telefon-Nr.: 922 57 54 96 Näheres erfahren.




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