Schlechte Noten für das Königshaus


Der Fall Urdangarín schwächt die Monarchie

Bereits zum dritten Mal in Folge ist das Königshaus in der Volksmeinung über die Vertrauenswürdigkeit der öffentlichen Institutionen durchgefallen. Das geht aus der neuesten Umfrage des Zentrums für Soziologische Studien (CIS) hervor.

Madrid – Auf die Anfang April durchgeführte Studie, bei der fast 2.500 Personen befragt wurden, reagierten die Sprecher des Königshauses mit der Versicherung, eigene Umfragen hätten vielmehr eine wiederkehrende Popularität der Monarchie zutage gebracht. Nachdem König Juan Carlos anderthalb Jahre lang wegen seiner Hüftoperationen kaum tätig sein konnte, erfreue er sich seit dem 11. März wieder wachsender Beliebtheit. Nach dem Gedenkgottesdienst für die Opfer des vor zehn Jahren stattgefundenen Attentats auf Nahverkehrszüge, folgte seine Reise zum Persischen Golf. Vor Ort habe er für Spanien  geworben, um Investoren und Verträge für die spanischen Unternehmen zu gewinnen, was ihm wiederum Punkte beim Volk eingebracht habe.

In der neuesten Umfrage des CIS bestanden nur drei öffentliche Institutionen: die Guardia Civil (5,78 von 10), die Polizei (5,70) und die Streitkräfte (5,29). Die Medien (4,51) und der Ombudsman (3,87) wurden als vertrauenswürdiger eingestuft als das Königshaus (3,72), gefolgt von der Kirche (3,39) und der Justiz (3,31). Am Schluss des Rankings stehen die mit katastrophalen Noten abgestrafte Regierung (2,45) und die politischen Parteien (1,8).

Die Monarchie hat es auch „geschafft“, wieder auf die Liste mit den größten Sorgen der Spanier zu gelangen. Dort nimmt das Königshaus denselben Platz wie die häusliche Gewalt ein, und lässt die Drogen, die Umweltprobleme, die Arbeitsreformen oder die Hypotheken sogar hinter sich.

Vormals gehörte das Königshaus zu den angesehendsten Institutionen überhaupt – im Dezember 1995 erhielt die Monarchie die Note 7,8. Ab 2006 verschlechterte sich das Ansehen der Institution nach und nach. Der Skandal um Schwiegersohn Urdangarín führte im Oktober 2011 zum ersten Mal dazu, dass das Königshaus bei der Umfrage durchfiel. Seitdem belastet die auch „Nóos-Fall“ genannte Affäre das Königshaus in Volkes Ansehen schwer.




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