Olympia 2016 – Katalysator für Brasiliens Wirtschaft?


Ein Beitrag von SJB FondsSkyline

„Brasilien ist einer der Aktienmärkte, die sich im bisherigen Jahresverlauf am schlechtesten entwickelt haben. Per Ende November 2015 verzeichnet der MSCI Brazil ein Minus von rund 30 Prozent auf US-Dollar-Basis.

„Während der Kursrutsch überwiegend auf den Kursverfall der Rohstofftitel zurückzuführen ist, ergeben sich für die Wirtschaft  Brasiliens  insgesamt gute Wachstumsperspektiven durch die im August 2016 anstehende Olympiade in Rio de Janeiro“, betont Gerd Bennewirtz, geschäftsfü̈hrender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich im Rhein-Kreis Neuss. „Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Rolle Brasiliens als ‚Doppelausrichter‘ von Fußball-WM und Olympiade in der Zeitspanne von lediglich zwei Jahren zu. Und genau hier liegt die Chance für antizyklische Investoren: Sie sollten jetzt Brasiliens Börse genau in den Blick nehmen, um vom künftigen Aufwärtspotenzial in Zusammenhang mit Olympia 2016 zu profitieren.“

Das sü̈damerikanische Land gönnt sich keine Atempause – denn zwei Jahre, nachdem Brasilien die Fußball-Weltmeisterschaft erfolgreich ausgerichtet hat, steht mit den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro für die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas schon das nächste Großereignis auf dem Programm. Bereits im Vorfeld der Fußball-WM hat Brasilien seine Infrastruktur kräftig modernisiert. 

Anlässlich des Fifa World Cup 2014 sind Investitionen in die Infrastruktur des Landes im Umfang von rund 20,0 Milliarden US-Dollar getätigt worden, zum ü̈berwiegenden Teil von öffentlicher Seite. Doch viele dieser Projekte sind noch gar nicht abgeschlossen, ihre endgü̈ltige Fertigstellung wurde auf die Zeit bis zur Olympiade 2016 verschoben. Im Straßen- und Schienenverkehr, im Hafen- und Flughafenausbau sowie im Mobilfunk und bei Smart City-Lösungen sind viele Projekte immer noch in vollem Gange. Für die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2016 ist von staatlicher Seite noch einmal ein Investitionsvolumen von 12,5 Milliarden US-Dollar vorgesehen.

Entsprechend groß sind die konjunkturellen Impulse für Brasilien, auch wenn die wirtschaftliche Dynamik dort zuletzt enttäuschte und das Land in die Rezession abgeglitten ist: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der siebtgrößten Volkswirtschaft der Welt wird in diesem Jahr voraussichtlich ein Minus von 2,8 Prozent verzeichnen, auch für 2016 prognostizieren Ökonomen einen Rückgang von Brasiliens Wirtschaftsleistung in Höhe von 0,8 Prozent. 

Sinkende Rohstoffpreise und Inflation

Kräftig sinkende Rohstoffpreise im Bereich der Hauptexportprodukte Öl, Eisenerz und Soja haben das Land in die Rezession gestürzt, doch hinzu kommen hausgemachte Probleme: Das Haushaltsdefizit ist auf neun Prozent des BIPs angeschwollen und hat damit den höchsten Wert seit zwanzig Jahren erreicht. Sinkende Steuereinnahmen aufgrund des wirtschaftlichen Abschwungs konnten nicht in gleichem Maße durch Ausgabenkürzungen innerhalb des Staatsetats abgefedert werden, da innenpolitische Konflikte rund um das mögliche Amtsenthebungsverfahren gegen Präsidentin Dilma Rousseff die Abstimmungen im Kongress über wichtige Sparmaßnahmen verzögert haben.

Jetzt rächt es sich, dass Präsidentin Rousseff gemeinsam mit der brasilianischen Zentralbank lange auf eine Politik der niedrigen Zinsen gesetzt hat, um den Konsum anzukurbeln. Denn die Inflation ist in Brasilien zurückgekommen – bereits im nächsten Jahr dürfte die Teuerungsrate zweistellige Werte erreichen. Schon Ende September liegt die jährliche Inflation bei 8,70 Prozent im Jahresschnitt und damit auf dem höchsten Stand seit über elf Jahren. Diese Entwicklung hat zu kräftigen Kursverlusten der brasilianischen Währung Real geführt – im September markierte das Währungspaar USD/BRL ein Rekordhoch noch oberhalb der 4,20er-Marke, aktuell hat sich die Notierung bei 3,7500 eingependelt. 

Doch auch dieser Stand bedeutet für Brasiliens Valuta einen Wertverlust von über 38 Prozent zum US-Dollar allein seit Jahresbeginn, als USD/BRL noch bei 2,7000 notierte. „Eine schnelle Erholung der brasilianischen Wirtschaft ist derzeit nicht in Sicht“, analysiert Gerd Bennewirtz die Lage in Lateinamerikas größter Volkswirtschaft. „Der BOVESPA, Leitindex der Börse Sao Paulo, notiert aktuell nur knapp über seinem Fünfjahrestief bei 43.957 Punkten und hat den im Mai etablierten mittelfristigen Abwärtstrend nicht nach oben verlassen können. Während sich die ökonomischen Probleme kurzfristig fortsetzen, dürften, sind, längerfristig betrachtet, die Bewertungen brasilianischer Aktien aber auf ein attraktives Niveau zurückgefallen.“

Gute Aussichten für Doppelausrichter

Dies gilt insbesondere, wenn man die Renditeaussichten von Doppelausrichtern betrachtet, also von Staaten, die nacheinander zwei sportliche Großereignisse wie die Olympiade und die Fußball-Weltmeisterschaft veranstalten durften. Eine unabhängig durchgeführte, gerade wieder aktualisierte SJB Studie zeigt: Der Aktienmarkt von Doppelausrichtern bietet attraktive Wertstei-gerungschancen, wie Brasiliens historische Vorbilder Deutschland und die USA belegen. „Die Olympiade ist ein außerordentlicher Wirtschaftsfaktor, genau wie die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft. Demnach ist auch für Brasilien, dem als erstem Schwellenland die Ehre zuteil wurde, Doppelausrichter von Olympischen Spielen und Fußball-WM zu sein, mit zusätzlichen Wachstumsimpulsen in beträchtlicher Höhe zu rechnen“, führt Bennewirtz im Rückgriff auf die Ergebnisse des SJB Research aus.

Wie hat es sich in der Vergangenheit auf die Rendite ausgewirkt, wenn ein Land direkt hintereinander zwei Sportveranstal- tungen globalen Zuschnitts ausrichtete? In der Sportgeschichte der Neuzeit sind Deutschland und die USA die zwei Beispiele dafür. Bei den Olympischen Spielen liegen zwischen der IOC-Nominierung des Ausrichterlandes und der Eröffnung der Sommerspiele immer sieben Jahre. Beim Fifa-World Cup sind es sechs Jahre. Auf Basis historischer Kursdaten seit 1965 – dem Beginn der Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele 1972 in München – untersuchte das SJB Research, welche Jahresrenditen Investoren in den Jahren vor und nach den Spielen erzielen konnten. Gerd Bennewirtz analysiert: „Die SJB-Grafik zeigt, dass die untersuchten Aktienindizes der Gastgeberländer jeweils eine signifikante Aufwärtsentwicklung durchlaufen und im historischen Vergleich überdurchschnittliche Renditen erzielen. Bei Brasilien ist dieser Prozess noch nicht abgeschlossen; vielmehr zeichnet sich hier die Ausbildung eines charttechnischen Doppelbodens mit Blick auf die Jahresrenditen der Jahre 2008 und 2015 ab. Die Konsequenz für Brasiliens Wirtschaft, die aktuell eine konjunkturelle Schwächephase durchlebt, sich gleichzeitig aber auf der Zielgeraden zur Olympiade 2016 befindet: Gerade jetzt bietet sie langfristig orientierten Investoren ausgezeichnete antizyklische Chancen.“

Fazit

Am aktuellen Beispiel Brasilien zeigt sich einmal mehr der besondere Reiz der „Doppelausrichter-Märkte“, in denen Investoren außerhalb des laufenden Konjunkturzyklus mit positiven Effekten für Realwirtschaft und Börsen rechnen können. „In Schwellenländern wie Brasilien fungieren die sportlichen Mega-Events ganz besonders als Katalysatoren einer positiven Entwicklungsdynamik“, resümiert Bennewirtz. Antizyklische Investoren sollten deshalb das attraktive Bewertungsniveau brasilianischer Aktien nutzen, wo sich die Jahresrenditen auf dem niedrigsten Stand der insgesamt siebenjährigen Vorlaufphase zur Olympiade befinden. Gerade aufgrund der schwachen Kursentwicklung der brasilianischen Börse im laufenden Jahr gilt: Anleger mit Mut und Weitblick finden jetzt einen günstigen Einstiegszeitpunkt vor und bauen Positionen in Brasilien auf, um langfristige Wachstumschancen in ihr antizyklisches Depot zu integrieren.

SJB FondsSkyline OHG

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