Öffnung der Marivent-Gärten gefordert


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Die königliche Sommerresidenz sollte nach Meinung der neuen Stadtväter für Bürger zugänglich sein

Das aus drei Parteien bestehende Linksbündnis – PSOE-Podemos-MÈS –, das jetzt im Rathaus von Palma de Mallorca regiert und mit größter Wahrscheinlichkeit auch die Regionalregierung der Balearen stellen wird, hat sich mit einem Ansinnen an das Königshaus gewandt. Die Gärten des Marivent-Palastes, der Sommerresidenz der königlichen Familie, sollten zukünftig für die Bürger der Stadt zugänglich sein, wenn diese das Gebäude nicht benutzt bzw. nicht anwesend ist.

Die neue Stadtregierung hat sich mit einem Schreiben an das Königshaus gewandt und vorgeschlagen, dass die Bürger während neun oder zehn Monaten im Jahr die Gartenanlage betreten können, die Eigentum der Regionalregierung ist. Einige Teile des Geländes dagegen sind Staatsvermögen.

Marivent ist eine von Mauern umgebene Oase inmitten von touristischen Bauten. Sie enthält einen gesunden, gepflegten Pinienwald, Gemüse- und Obstgärten. Die ursprüngliche Parzelle umfasste 34.000 qm oberhalb der Küste. Gebäude und Gartenanlagen wurden dem Königshaus 1973 als Ferienresidenz zur Verfügung gestellt, deren Unterhalt von der Regionalregierung bestritten wird. Die Kosten belaufen sich jährlich auf rund zwei Millionen Euro.

Der Palast ist ein Geschenk des griechischen Philanthropen Juan de Saridakis, das er den Bürgern der Balearen im Jahr 1965, während der Ära Franco, machte. Er hatte allerdings seinerzeit bestimmt, darin ein Museum, zugänglich für alle Bürger, einzurichten.

Diese „politische“ Forderung der neuen Stadtverwaltung, gegen den Widerstand der Sozialisten durchgesetzt, wurde nur wenige Stunden vor der offiziellen Mitteilung bekannt gegeben, König Felipe habe seiner Schwester Cristina den Titel Herzogin von Palma aberkannt, welchen sie seit 1997 führte. 

Bereits im Februar 2013, als die „Unregelmäßigkeiten“ ihres Ehemanns bekannt wurden, hatte die Stadtverwaltung die dem Paar gewidmete „Rambla de los Duques de Palma“ umbenannt und die entsprechenden Schilder entfernen lassen. Die Stadtväter hatten damals das Paar aufgefordert, den Titel nicht mehr zu führen, um dem Ansehen der Stadt nicht zu schaden.




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