Mehr Marihuana als Alkohol bei Verkehrskontrollen festgestellt


Drogen am Steuer

Alkohol und Autofahren vertragen sich nicht, das ist mittlerweile auch in Spanien so gut wie jedem Autofahrer bewusst. Ein viel gravierenderes Problem scheinen mittlerweile Fahrzeuglenker zu sein, die sich unter dem Einfluss von Drogen ans Steuer setzen.

Madrid – Dies hat eine von der Europäischen Kommission koordinierte Studie ergeben, die während 2009 und 2010 in 13 EU-Ländern durchgeführt wurde.

Spanien hat dabei besonders schlecht abgeschnitten: Ganze 16 Prozent der überprüften Autofahrer wurden positiv auf irgendeine Art von bewusstseinserweiternden Substanzen getestet. Der Alkohol war dabei das geringste Problem; lediglich 4% hatten Alkohol konsumiert und nur 2,3% waren oberhalb der  erlaubten Promillegrenze. Große Sorgen bei den Verantwortlichen machen die restlichen 12%, denn bei ihnen wurde irgendeine Art von illegalen Betäubungsmitteln oder Medikamenten, die das Fahrverhalten beeinträchtigen, festgestellt, teilweise in Kombination mit Alkohol.

Die Ergebnisse der Studie Druid (Driving Under Influence of Alcohol, Drugs and Medicines) scheinen der spanischen Verkehrsbehörde DGT gar nicht zu gefallen, denn sie wurden weder offiziell den Medien vorgestellt noch auf der Webseite veröffentlicht. Die Zeitung El País hatte jedoch Zugang zu den Dokumenten und veröffentlichte am 9. Januar die Einzelheiten. Unter den 13 teilnehmenden Ländern hat nur Italien noch schlechter abgeschnitten als Spanien; kein anderes Land kam auch nur auf ein Drittel dieser Werte.

Die Gefahr bei Drogen am Steuer bestehe darin, dass sich die Autofahrer kaum der Wirkungen bewusst seien, die die Substanzen auf ihre Fahrtüchtigkeit habe. Daher halten sie sich anders als Konsumenten von Alkohol auch kaum beim Konsum zurück, wenn sie anschließend noch ans Steuer müssen. Laut den Daten des nationalen Instituts für Toxikologie, habe man 2010 bei 44,4% der im Straßenverkehr getöteten Autofahrer Alkohol oder Drogen nachweisen können.

Zur Eindämmung dieser besorgniserregenden Entwicklung fordern die Autoren der Studie „die Förderung, Entwicklung und Erweiterung von präventiven Drogenkontrollen“ als Abschreckungsmaßnahme, um den Autofahrern die Gefahren bewusst zu machen.




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