Kinder immer später


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Die Ende der Siebzigerjahre geborenen Spanierinnen zögern die Mutterschaft immer weiter hinaus

Gemäß einer Studie wird jede vierte Frau der Generation der End-70er kinderlos bleiben.

Albert Esteve vom Zentrum für Demografische Studien der Universidad Autónoma de Barcelona und Leiter der Studie „Die Unfruchtbarkeit in Spanien: tick-tack, tick-tack, tick-tack!!!“ brachte zutage, dass zwischen 25 und 30% der zwischen 1975 und 1980 geborenen Frauen, also diejenigen, die derzeit zwischen 35 und 40 Jahre alt sind, keinen Nachwuchs haben werden. Damit handele es sich laut Esteve um die unfruchtbarste Generation der vergangenen 130 Jahre, seit Beginn derartiger Aufzeichnungen in Spanien. 

Dafür gibt es mehrere Gründe. Bei zwei Prozent der Paare liegt Unfruchtbarkeit vor, fünf Prozent entscheiden sich gegen die Elternschaft. Beim Rest wird der Zeitpunkt für eine Schwangerschaft unter anderem aus wirtschaftlichen oder partnerschaftlichen Gründen hinausgezögert.   

Eine ähnlich hohe Unfruchtbarkeit findet sich erst in der Generation vor 1922 wieder, in der laut Esteve 20% der Frauen keinen Ehemann fanden und somit auch keine Kinder bekamen. 

Derzeit belegt Spanien bei der Hinauszögerung der Mutterschaft europaweit den ersten Platz. Das Durchschnittsalter von 30,5 Jahren für das erste Kind ist das höchste weltweit. Im Jahr 1970 bekamen die Frauen durchschnittlich mit 26 Jahren das erste Baby. Esteve kommt in der Studie zu dem Schluss, dass pro Jahr hinausgezögerter Mutterschaft die Zahl der Frauen, die kinderlos bleiben, um zwei Prozent steigt. 

Zu den Gründen führt der Wissenschaftler weiterhin aus, dass zunächst viele Frauen aus wirtschaftlichen Gründen oder weil sie keinen festen Partner haben, keine Kinder bekommen. Ab 35 sei es dann für viele zu spät. Auf keinen Fall könne es jedoch angehen, dass es Frauen gäbe, die sich Kinder wünschen, doch sie nicht bekommen können. Das dürfe die Gesellschaft nicht zulassen, so Esteve, der appelliert, die finanziellen Hilfen wie kostenlose Kinderkrippen erheblich aufzustocken.




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