Kanaren auf der Fitur 2018


Der Regionalpräsident, die Cabildo-Präsidenten, die Tourismus-Beauftragten, die Bürgermeister der Urlaubsgemeinden und Unternehmer waren nach Madrid gereist. Fotos: EFE

Der Sektor rechnet wegen der Erholung der Konkurrenzgebiete im Sommer mit einem leichten Rückgang der Urlauber

Madrid – Vom 17. bis zum 21. Januar waren die Kanarischen Inseln mit einem 1.425 qm großen Stand auf der alljährlichen Tourismus-Messe Fitur in Madrid vertreten. Die Gemeinden Adeje, Arona, Guía de Isora, San Bartolomé de Tirajana und Mogán teilten sich einen eigenen, 100 qm großen Stand.

Regionalpräsident Fernando Clavijo hob bei seiner Eröffnungsrede hervor, dass die Kanaren im vergangenen Jahr mit dem Endergebnis von 16 Millionen Urlaubern – 16,7% mehr als im Vorjahr – nicht nur ihre Position haben festigen, sondern auch die Balearen auf den dritten Platz im nationalen Ranking verdrängen können.

Fernando Clavijo hob den neuen Urlauberrekord hervor. Foto: EFE

Der neue Stand zeichnete sich durch eine klare Aufteilung, Projektionsflächen mit für jede der sieben Inseln typischen Aufnahmen und modernen Lichteffekten aus. Die Kosten von 800.000 Euro wurden zu 85% vom Europäischen Entwicklungsfonds getragen. Neben der Regionalregierung, den Cabildos und den Urlaubsgemeinden waren auch 513 touristische Unternehmen der Inseln vertreten.

Zu den Hauptanliegen der kanarischen Delegation gehörte bei der diesjährigen Fitur, mit den infrage kommenden Airlines über die Übernahme der von den eingestellten Fluggesellschaften Monarch und Niki aufgegebenen Flugverbindungen zu verhandeln. Aufgrund des Verlustes der bis vor Kurzem von Monarch und Niki angebotenen Flüge haben die Kanaren in der noch bis März andauernden Wintersaison 8,4% der ursprünglich angebotenen Sitzplätze auf britisch-kanarischen und 2,1% der Sitzplätze auf deutsch-kanarischen Verbindungen eingebüßt. Das Hauptargument für die Verhandlungen lag dabei bei den weiterhin wachsenden Buchungen für den Sommer aus Großbritannien – trotz Brexit plus 3,6% – und Deutschland – plus 4,3%.

Für die diesjährige Ausgabe der Fitur hatte sich die kanarische Delegation auch zum Ziel gesetzt, der Erholung früherer Konkurrenzziele wie der türkischen Riviera frühzeitig ein Gegengewicht zu setzen. Aufgrund  deren Erholung rechnen die touristischen Unternehmer bereits mit einem Rückgang der Urlauberzahlen im Sommer. Santiago de Armas, Präsident der IFA Hotels-Gruppe (Lopesan), erklärte, nun müssten sich die Kanaren durch neue Produkte und durch die Qualität von den wiedererstarkten Konkurrenten abheben. Angesichts deren günstigerer Angebote sei es an der Zeit, die Preise etwas nach unten anzupassen. Aufgrund der hervorragenden Buchungslage bestehe jedoch derzeit kein Grund zur Sorge.

Die Delegation Teneriffas, angeführt von Cabildo-Präsident Carlos Alonso und dem Leiter des Tourismusamtes Alberto Bernabé, veranstaltete im Rahmen der Messe ein spezielles Event im Gebäude der alten Teppich-Fabrik in Madrid. Vor 100 geladenen Vertretern des Tourismus-Sektors wurden die Vorzüge der Insel, insbesondere deren gastronomisches und sportliches Angebot, das Klima, die Freizeit- und Naturparks sowie die Traditionen vorgestellt. Dazu gab es lokale Gastronomie und Weine.

Kurz vor Abschluss der Messe gab Carlos Alonso bekannt, im Sommer würde das Angebot von Sitzplätzen für Flüge zwischen dem Festland und den Kanaren um 8,7% auf 1,273 Millionen ausgebaut. Darüber hinaus freute es den Inselpräsidenten, zum Abschluss eine Direktverbindung mit Israel ankündigen zu können. Ab dem 27. März werde Smartwings immer dienstags Teneriffa mit Tel Aviv verbinden. Diese neue Verbindung sei von besonderer Bedeutung für den Tourismus-Sektor der Insel, weil es sich bei dem israelischen um einen Urlauber mit hohen Ausgaben am Zielort und einen unternehmungsfreudigen Gast handele, der vielen Aktivitäten nachgehe, so der Inselpräsident. Tourismusbeauftrager Alberto Bernabé kündigte zudem zusätzliche Verbindungen mit Moskau (S7) und Kiew (Sky-up) an.

Gemeinden im Alleingang

Kurz vor Beginn der Messe kündigten die Bürgermeister der Gemeinden Adeje, Arona, Guía de Isora – die 70% der Hotelbetten Teneriffas auf ihrem Gebiet vereinen – und die Tourismus-Stadträte von San Bartolomé de Tirajana und Mogán (Gran Canaria) auf einer Pressekonferenz an, als „Vereinigung der Touristischen Gemeinden der Kanaren“ mit einem eigenen, 100 qm großen Stand bei Fitur vertreten zu sein. Die Bürgermeister und Stadträte erklärten, in der Vergangenheit auf dem Stand der Kanarischen Inseln zu wenig Platz für ihre Aktivität eingeräumt bekommen zu haben. Es handele sich bei den fünf Gemeinden um die größten kanarischen Urlaubsziele, die sich wegen ihrer Qualität und Attraktivität für den Urlauber hervorheben müssten. „Wir sind von großem Gewicht und haben im Tourismus was zu sagen,“ erklärte Mencey Navarro, Stadtrat von Mogán.

Jorge Marichal, Präsident des Hotelverbandes Ashotel, forderte daraufhin die Kanarenregierung und die fünf Gemeinden auf, ihre Differenzen beizulegen und sich in der Öffentlichkeit vereint zu präsentieren. Marichal erklärte, das Ziel von Fitur sei die Werbung und Vermarktung. Der große Aufwand, an der Messe teilzunehmen, sei nicht mehr gerechtfertigt, wenn die vielen Mikroziele der Kanaren getrennt auftreten würden. Die Kanarischen Inseln würden als Urlaubsziel einen harten Wettkampf gegen Länder und Regionen führen. „Genügend groß ist die Welt und hart genug der Konkurrenzkampf, um nicht getrennt an einem derart wichtigen Event für den bedeutendsten Wirtschaftssektor des Archipels aufzutreten.“ Er hoffe, dass bei zukünftigen Messen den größeren Urlaubsgemeinden auf dem Kanaren-Stand mehr Platz zugewiesen werde, erklärte er abschließend.




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