Individualsport und Familienspaziergänge ab dem 2. Mai

Nach 43 Tagen konnten die Kinder erstmals wieder in Begleitung eines Erwachsenen auf die Straße hinaus. Foto: EFE

Nach 43 Tagen konnten die Kinder erstmals wieder in Begleitung eines Erwachsenen auf die Straße hinaus. Foto: EFE

Pedro Sánchez erklärte, die Lockerung des Ausnahmezustandes werde asymmetrisch verlaufen

Madrid – Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat angekündigt, dass ab dem 2. Mai die Ausgangssperre insoweit gelockert werden soll, dass individuelle sportliche Aktivitäten und Spaziergänge in Gesellschaft von Personen, die im selben Haushalt leben, möglich sind. Dies hänge jedoch davon ab, dass sich die Lage bezüglich der Pandemie weiterhin positiv entwickle.
Es wäre die zweite Lockerung, die nach über vierzig Tagen Ausgangssperre vorgenommen wird. In einem ersten Schritt können seit dem gestrigen Sonntag Kinder bis zum Alter von vierzehn Jahren einmal täglich in Begleitung eines Erziehungsberechtigten aus dem Haus gehen. Ein Erwachsener kann sich in diesem Rahmen mit bis zu drei Kindern aus seinem Haushalt bis zu eine Stunde lang und in bis zu einem Kilometer Entfernung von seinem Wohnsitz bewegen.
Kinder zwischen 14 und 17 Jahren dürfen, ebenso wie Erwachsene, für notwendige Erledigungen wie Einkaufen die Wohnung verlassen.

Regierungschef Pedro Sánchez gab in einer telematischen Pressekonferenz die nächsten Schritte der Lockerung der Ausgangssperre bekannt. Foto: EFE
Regierungschef Pedro Sánchez gab in einer telematischen Pressekonferenz die nächsten Schritte der Lockerung der Ausgangssperre bekannt. Foto: EFE

Wie Sánchez weiterhin bekanntgab, wird der Ministerrat am morgigen Dienstag den Ausstiegsplan (plan de desescalada) verabschieden, der den gesamten Mai umfasst und sich bis in den Juni hinein ausdehnen könnte. Dieser Plan basiert laut Aussagen des Regierungschefs auf den Gutachten der Experten, welche die Regierung beraten, und auf den Empfehlungen der WHO. Er werde objektive, öffentlich zugängliche, messbare Parameter enthalten, wie die Ansteckungsrate, die Auslastung der Krankenhauskapazitäten, den Grad der Überwachung der Epidemie (u.a. durch PCR-Tests) und die Möglichkeiten, angesteckte Personen zu identifizieren und zu isolieren.

In seiner Videobotschaft warnte Sánchez, diese zweite Etappe des Übergangs sei, ebenso wie die erste, gepflastert mit Risiken und Gefahren. Man habe keine unfehlbare Gebrauchsanleitung, und es sei nicht angebracht, den Feind zu unterschätzen, man müsse Vorsicht walten lassen.
Die Lockerung werde „schrittweise und asymmetrisch, aber geordnet“ voranschreiten und je nach der Situation in verschiedenen Landesteilen unterschiedlich verlaufen. Dabei betonte Sánchez, dass er die Stellungnahmen der Regionalpräsidenten berücksichtigen werde, die Entscheidungsgewalt jedoch bei der Zentralregierung liege: „Es ist die spanische Regierung, die den Übergang in die neue Normalität steuern wird.“
Pedro Sánchez erklärte einerseits: „Wir sind zusammen hineingegangen und wir kommen zusammen heraus.“ Andererseits räumte er ein, dass es territoriale Unterschiede geben werde, nicht nur zwischen den autonomen Regionen, sondern auch zwischen den Provinzen und Kommunen. Er warnte davor, daraus ein Wettrennen darum werden zu lassen, wer zuerst beginne oder wer schneller vorankomme. Beim Ausstieg aus den Pandemie-Maßnahmen „werden wir nicht alle mit der gleichen Geschwindigkeit vorankommen, aber alle nach den gleichen Regeln“.

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