Gründonnerstag fällt jetzt auf Montag


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Der Arbeitgeberverband legt Vorschläge für den Arbeitskalender vor

Der Arbeitgeberverband CEOE hat jetzt seine Vorschläge konkretisiert, gesetzliche Feiertage, die in die Mitte der Woche fallen, auf Montag zu verlegen und den Gewerkschaften seinen Vorschlag für den Arbeitskalender 2012 vorgelegt.

Madrid – Sollte dieser tatsächlich akzeptiert werden, würde  das eine Revolution in der Feiertagsordnung der Spanier bedeuten. Der Dreikönigstag würde nicht am 6. Januar, sondern an einem Montag gefeiert und der erste Mai, der Tag der Arbeit, würde dann auf den ersten Montag im Mai fallen… und so weiter bei zehn von vierzehn Feiertagen, die der Arbeitskalender enthält.

Arbeitgeberpräsident Juan Rosell hatte in dem knappen Jahr an der Spitze des Verbandes bereits mehrmals gefordert, gesetzliche Feiertage auf montags zu verlegen, damit die Produktivität in Spanien verbessert wird. Erst vor einigen Tagen bezeichnete er die Makro-Brücke, die durch die beiden Feiertage am 6. und 8. Dezember entstanden war, als skandalös. In ähnlicher Weise hatte er sich im Oktober geäußert, als eine lange Brücke dank des spanischen Nationalfeiertags am 12. Oktober gebaut werden konnte.

Um diesen wirtschaftsschädlichen Gewohnheiten ein Ende zu bereiten, hatte er am 25. November den beiden größten Gewerkschaftsverbänden UGT und CCOO ein 15-seitiges Dokument mit seinen Vorschlägen zugeschickt einschließlich eines Anhangs mit einer Analyse, wie die Feiertagslösung in anderen europäischen Ländern gehandhabt wird.

Der Entwurf der CEOE lässt lediglich vier Feiertag an ihrem gewohnten Platz: 1. Januar – Neujahr, Karfreitag, spanischer Nationalfeiertag 12. Oktober und Weihnachten. Alle anderen gesetzlichen Feiertage – gleichgültig ob national, regional oder kommunal – sollen  allesamt auf Montag verlegt werden.

Die Gewerkschaften haben den Vorschlag nicht rundherum abgelehnt, sondern sich bereiterklärt, darüber zu reden. „Wir sind bereit, über alles zu diskutieren“, erklärte Toni Ferrer von der UGT. Er wies darauf hin, dass in Spanien seit der Reform im Jahr 1993 die Arbeitszeit nicht nach den Arbeits- und den Feiertagen festgelegt wird, sondern nach den jährlich geleisteten Arbeitsstunden.

Ebenso wiesen die Arbeitervertreter darauf hin, dass in diesem Punkt nicht von drei Sozialpartnern entschieden wird – Regierung, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände. Vielmehr habe in dieser Angelegenheit noch eine vierte Institution mitzureden – die Kirche. Das Konkordat von 1979 gebe der Kirche ebenfalls ein Recht zur Mitbestimmung, wenn es um die religiösen Feiertage gehe.

Das Hauptargument derjenigen, die eine Änderung des Arbeitskalenders verlangen, lautet – „die Brücken“ schädigen die spanische Wirtschaft. In ihrem Dokument legt CEOE jedoch keine exakte Kalkulation vor, in welcher Weise die Brückentage einen Verlust bedeuten.

Wie es weiterhin in dem Dokument des Arbeitgeberverbandes heißt, würde sich die Verlegung der Feiertage nicht negativ auf den Tourismus auswirken, wie immer wieder von den Gegnern der Pläne ins Feld geführt wird. Bei der derzeitigen Regelung existiere eine Ungerechtigkeit gegenüber denjenigen Arbeitnehmern, die keine Brückentage in Anspruch nehmen können, denn niemals könne die Möglichkeit bestehen, dass hundert Prozent aller Beschäftigten in ihren Genuss kommen.




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