Frauenrechte gehen für López Aguilar vor


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Der Justizminister sagte eine Konferenz in Saudi Arabien ab, weil den spanischen Journalistinnen der Eintritt verwehrt wurde

Drei Tage dauerte der offizielle Besuch, den Justizminister Juan Fernando López Aguilar Mitte Januar Saudi Arabien abstattete. Spanien pflegte mit diesem an Öl so reichen und an Freiheiten und Bürgerrechten so armen Land bislang nur äußerst ungenügende juristische Beziehungen.

Madrid – Die Reise war demnach von großer Wichtigkeit und die Themen, die auf der Agenda des Ministers standen reichlich delikat: Verbesserung der juristischen Kooperation, Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus, Umgang mit dem religiösen Fanatismus sowie die Wichtigkeit der Integration von Muslimen.

Und trotz der schwierigen Thematik verliefen alle Treffen mit seinem saudiarabischen Kollegen Abdullah Al Sheik sowie die Zusammenkünfte mit dem Minister für Religiöse Angelegenheiten, Scheich Saleh Mohammed Al Sheik, und dem Innenminister problemlos und waren von ausgesuchter Höflichkeit geprägt.

Eine gelungene Staatsreise also, wäre da nicht der eine kleine Zwischenfall. Auf der Agenda von López Aguilar stand nämlich auch eine Konferenz, die er in der islamischen Universität Imam in Riad geben wollte. Da es der Zufall jedoch wollte, dass sämtliche spanische Medienvertreter, die den Justizminister auf seiner Reise nach Saudi Arabien begleiteten Frauen waren, musste diese Konferenz auf Bitten von López Aguilar abgesagt werden. Grund dafür war die Tatsache, dass den Journalistinnen die Teilnahme an der Konferenz verweigert wurde – einzig und allein weil sie Frauen waren. Sämtliche Versuche des saudiarabischen Justizministers, die Situation zu entschärfen, schlugen fehl. Gerechterweise muss in diesem Zusammenhang jedoch auch darauf hingewiesen werden, dass es sich dabei wirklich nur um einen Einzelfall handelte. Denn alle Journalistinnen bestätigten, dass sie ansonsten überall empfangen und bestens behandelt wurden.

Die Madrider Medienvereinigung bedankte sich nach Bekannt werden des Vorfalls offiziell bei López Aguilar und lobte ihn dafür, dass er „die Rechte der Frauen vor die Ausübung seines Berufes“ gestellt hatte.




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