Finanzamt verfolgt multinationale Konzerne


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Durch künstlich geschaffene Finanzierungskosten sind dem Fiskus Milliarden entgangen

Das Finanzamt hat derzeit insbesondere multinationale Konzerne im Visier, denn in den vergangenen Jahren haben einige Großunternehmen über Umwege unberechtigt Finanzierungskosten in Milliardenhöhe geltend gemacht und abgeschrieben. Dadurch soll der Staatskasse allein 2012 ein Verlust von 1,7 Milliarden Euro entstanden sein.

Madrid – Generell können Unternehmen die Finanzierungskosten, beispielsweise die Zinsen für einen Kredit, bei der Erhebung der Gesellschaftssteuer von der Bemessungsgrundlage abziehen. Nun sollen verschiedene multinationale Konzerne künstlich Finanzierungskosten geschaffen haben, um die Steuerbasis zu senken. Die scheinbar am häufigsten vorgenommene Methode bestand darin, dass die spanische Filiale eines ausländischen Konzerns dessen Dividenden auszahlt, hierfür von der Muttergesellschaft ein Darlehen annimmt und die – innerhalb der Gruppe entstandenen – Finanzierungskosten geltend macht.

Zu den Konzernen im Visier des Finanzamt gehört der Aluminium-Riese Alcoa. Weil die Prüfer überzeugt sind, dass die spanische Filiale des US-Unternehmens zwischen 2003 und 2005 auf solche Praktiken zurückgegriffen hat, um die Gesellschaftssteuer künstlich zu senken, verlangt das Finanzamt nun 242 Millionen Euro von Alcoa zurück. Der Betongigant Cemex soll gar 455 Millionen Euro zahlen. Im Vergleich dazu erscheint die von der Bupa-Sanitas-Gruppe verlangte Rückzahlung von 28 Millionen Euro eher gering.




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