ETA-Terroristen erheben Foltervorwürfe


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Zwei Verdächtige sollen nach ihrer Verhaftung von Beamten der Guardia Civil misshandelt worden sein

Zwei ETA-Terroristen, die am 6. Januar in Mondragón, Guipúzcoa, verhaftet wurden, behaupteten im Nachhinein, von Beamten der Guardia Civil gefoltert worden zu sein.

Madrid – Den Anfang machte Igor Portu, der einen Tag nach seiner Festnahme über starke Schmerzen klagte und schließlich ins Krankenhaus eingewiesen werden musste. Dort stellten die Ärzte gebrochene Rippen, Blutergüsse und eine Lungenverletzung fest, wie sie bei einer „gewaltsamen Festnahme“ schon einmal vorkommen können. ETA-nahe Organisationen erhoben jedoch augenblicklich Foltervorwürfe gegen die Polizei. Portu sei nach seiner Verhaftung von Beamten der Guardia Civil mit Faustschlägen und Fußtritten malträtiert worden.

Am Tag darauf wurde bekannt, dass auch Mattin Sarasola, der zweite festgenommene ETA-Terrorist, Verletzungen erlitten hat. Sarasola wurde von einem Gerichtsmediziner in Madrid untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass der Häftling Blutergüsse und Prellungen aufwies. Auch diesmal wurde bestätigt, dass die Verletzungen bei einer „heftigen Festnahme“ zustande gekommen sein können, er aber mit Sicherheit nicht misshandelt wurde.

Die Polizei weist die Foltervorwürfe entschieden zurück. Beide Verdächtige hätten sich bei der Festnahme so heftig gewehrt, dass sie nur mit Gewalt überwältigt werden konnten.

Es ist nicht das erste Mal, dass ETA-nahe Organisationen versuchen, den Sicherheitskräften Foltermethoden den Terroristen gegenüber vorzuwerfen. Um jeglichen Verdacht auszuräumen, soll nun eine Untersuchungskommission klären, wie es wirklich zu den Verletzungen kam.

Autoren des Anschlags auf den Madrider Flughafen

Die beiden Verhafteten gaben im Rahmen der Aussagen übrigens auch zu, zusammen mit weiteren Terroristen die Bombe deponiert zu haben, die am 30. Dezember 2006 in einem Parkhaus im Madrider Barajas-Flughafen explodierte. Zwei Ecuadorianer kamen dabei ums Leben. Den Befehl für diesen Anschlag sollen sie bereits im Juni 2006 erhalten haben, erklärten sie weiter. Das bedeutet, die baskische Terrororganisation plante bereits während der sogenannten Friedensverhandlungen mit der spanischen Regierung weitere Attentate.

Sarasola und Portu sagten weiter aus, dass sie im Februar, also kurz von den Parlamentswahlen eine Bombe im Untergeschoss des Madrider Einkaufs- und Bürozentrums Azca am berühmten Paseo de la Castellana hochgehen lassen sollten.

Obwohl das ETA-Kommando, dem die beiden Verhafteten angehörten, nun als so gut wie zerschlagen gilt, warnt das spanische Innenministerium weiter vor der Möglichkeit, dass die Terroristen versuchen werden, vor den Parlamentswahlen am 9. März ein Attentat zu verüben.




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