ETA-Bombe explodiert am Flughafen von Madrid


Bei einem Anschlag der baskischen Untergrundorganisation ETA sind am Samstag 26 Menschen verletzt worden. Am Morgen war gegen 9.00 Uhr eine Autobombe in einem Parkhaus des Terminals T-4 explodiert, ein Teil des Gebäudes stürzte ein und zahlreiche Fensterscheiben gingen in der Umgebung zu Bruch. Etwa 45 Minuten vorher gab es eine telefonische Warnung im Namen der ETA. Tausende Passagiere wurden daraufhin zur Sicherheit auf die Rollbahn gebracht. Der Flugbetrieb war stundenlang unterbrochen.

Fünf Verletzte mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Sie zogen sich Schnittwunden und Prellungen zu, wie es hieß. Unter ihnen waren auch zwei Polizisten, die während der Evakuierungsmaßnahmen von der Explosion überrascht wurden.

Die ETA kämpft seit fast vierzig Jahren gewaltsam gegen die Zentralregierung in Madrid und für die Unabhängigkeit des Baskenlandes. Am 22. März hatte ETA eine „dauerhafte Waffenruhe“ verkündet und forderte Friedensverhandlungen mit der Regierung. Zapatero sagte dies trotz heftiger Kritik aus der konservativen Opposition zu. In letzter Zeit häuften sich jedoch die Gerüchte, wonach die Untergrundorganisation wegen mangelnder Zugeständnisse der Regierung mit einem Rückkehr zum Terror drohte.

Erst am Freitag hatte sich Ministerpräsident Zapatero vom Erfolg des Friedensprozesses mit ETA überzeugt gezeigt. Nun hat er jedoch angeordnet, alle Initiativen zum Dialog mit ETA auszusetzen.




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