Eine Stadt besinnt sich auf Weiblichkeit


Kataloniens Hauptstadt Barcelona sucht bewusst Frauennamen für ihre Straßen und Plätze aus

Nur fünf von hundert Straßen und Plätzen in Barcelona tragen den Namen einer Frau. Die überwältigende Mehrheit wird von Männernamen bzw. Ortsnamen belegt. Insgesamt sind in der katalanischen Hauptstadt von insgesamt 4.700 derzeit nur 250 Straßen, Plätze und Gärten nach einer Frau benannt.

Barcelona – Ganz abgesehen davon, dass unter den wenigen Frauennamen die überwiegen, die einer berühmten Gläubigen bzw. Missionsgründerin gehörten, während wichtige Persönlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens außen vor bleiben.

Dieses Ungleichgewicht soll nun korrigiert werden. Ein Vorhaben, das schwieriger ist, als es auf ersten Blick erscheinen mag. Denn die Frauen brauchten in Spanien noch länger, um sich von Kind und Küche in das Berufsleben und somit auch die Kultur und Kunst vorzuarbeiten.

Es herrscht also immer noch ein deutlicher Mangel an Frauennamen, die den Entscheidungsträgern die Ehre wert scheinen, eine Straße nach ihnen zu benennen.

Nicht zuletzt, weil die Auflage lautet, dass sie repräsentativ sein und mit der Stadt in Verbindung stehen müssen. Des Weiteren müssen sie seit mindestens fünf Jahren tot sein, es sei denn ihnen wurde die Goldmedaille der Stadt verliehen.

In Ermangelung der Vielfalt soll nun nach Frauen gesucht werden, die in Zeiten, als dies noch schier unmöglich war, sich durchsetzten und an der Universität studierten.




Über Wochenblatt

Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.