Bürgerbewegung stoppt Schließung von zwei Krankenhäusern


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Die Regierung der Balearen geht einen Schritt zurück

Die Regionalregierung der Balearen sucht nach einem Weg, wie sie ihre Entscheidung über die Schließung von zwei öffentlichen Krankenhäusern auf Mallorca rückgängigmachen kann, die sie im April beschlossen hatte.

Palma de Mallorca – Es handelt sich um einen der wichtigsten Posten des Sanierungsplans, den Präsident José Ramón Bauzá verkündet hatte. Mit der Schließung der beiden Hospitäler sollten 25 Millionen Euro eingespart werden. Es war die Entlassung von rund tausend Mitarbeitern vorgesehen sowie die Schließung von zwei weiteren öffentlichen Einrichtungen mit 195 Betten für Palliativ-Behandlungen und für Kranke in der Endphase.

Der ungeheure Druck durch die Mitarbeiter des Hospital General und Hospital Joan March, aber auch durch Bürgerbewegungen und Patienten der Krankenhäuser hat den zuständigen Ressortleiter bei der Regierung der Balearen bewogen, die Schließung noch einmal zu überprüfen. Nach vier Monaten mit Protestmärschen, Kundgebungen und angeketteten Menschen vor dem Parlamentsgebäude scheint die Regierung jetzt nachzugeben und will den Plan für die Weiterführung der beiden Krankenhäuser studieren, welche deren Mitarbeiter in den nächsten beiden Wochen vorlegen wollen. Man sei bereit, die Schließung zu verhindern, wenn der angekündigte Plan tatsächlich effizient sei und maximale Qualität zu minimalen Kosten ermögliche. Das bedeute im Klartext, dass der Alternativplan der Angestellten die Einsparung der besagten 25 Millionen Euro ermögliche.

Die Erklärungen des Ressortchefs Antoni Mesquida haben zu Meinungsverschiedenheiten in der Regierung der Balearen geführt, denn nicht alle Mitglieder sind mit der Rückzugsstrategie einverstanden, sondern beharren auf der einmal getroffenen Entscheidung. „Ich gebe niemandem die Schuld“, verteidigte sich der Chef des Gesundheitsressorts. „Nur wer Entscheidungen zu treffen hat, kann sich irren. Nur diejenigen, die nichts zu entscheiden haben, können sich niemals irren.“

Josep Ignasi Aguiló, stellvertretender Wirtschaftsminister der Region, wollte sich nicht festlegen, jedoch das Thema auch nicht vom Tisch wischen. „Man wird sehen“, erklärte er vage. „Der Leiter des Gesundheitsressorts hat angekündigt, dass die Angestellten einen Plan vorlegen wollten, mehr nicht.“

Regierungspräsident Bauzá scheint zumindest in der Öffentlichkeit die Entscheidung seines Gesundheitsministers zu unterstützen. „Wenn es möglich ist, dass die beiden Krankenhäuser weiterhin geöffnet bleiben können und an anderer Stelle eingespart wird, dann werden wir es tun. Wenn es nicht möglich ist, werden wir den Plan durchziehen, den wir vor einigen Monaten präsentiert haben“, erklärte er vor den Medien.

Die Gewerkschaftsverbände, die wiederholt gefordert hatten, die Entscheidung über die Schließung der Krankenhäuser noch einmal zu überdenken, begrüßten den Sinneswandel der Regierung. „Wir freuen uns, dass dank der Mobilisierung der Gewerkschafter und großer Bevölkerungsschichten die Regierung einen Schritt zurückgehen will“, erklärte ihr Sprecher.




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