Brauche ich einen Anlageberater?


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Ein Artikel von Ottmar Beck (Alltrust AG)

Die Antwort hängt weitgehend davon ab, wie wohl Sie sich dabei fühlen, sich allein um die Anlage zu kümmern, und wie gut die Ergebnisse sind, die Sie ohne Hilfe eines Beraters erzielen.

Lassen Sie uns mit dem wichtigsten Aspekt, dem Investieren, beginnen. Solange Sie etwas von Asset-Allokation, von der Auswahl von Fonds, Aktien, festverzinslichen Papieren und dem Begriff Risiko verstehen, sollten Sie keine Probleme damit haben, Ihr eigenes diversifiziertes Portfolio zusammenzustellen. Sie erhalten auch jede Menge Hilfe im Internet bei dieser Aufgabe. Darüberhinaus sollten Sie die laufende Überwachung Ihrer Anlagen nicht vergessen. Ganz wichtig ist es, die Wertsteigerung und das Risiko langfristig zu kontrollieren.

Die Tabelle zeigt Ihnen wie. Das Ergebnis wird einmal gegen einen Vergleichsmaßstab aus 50 Prozent Aktien und 50 Prozent festverzinslichen Wertpapieren und zum anderen gegen Festgeld gelegt. Da ein Mischdepot immer Schwankungen unterliegt, ist es wichtig, für ein solches Depot die konstante Verzinsung auszurechnen, in unserem realen Beispiel 3,17 Prozent pro Jahr. Damit hätten Sie zwar nur einen Ertrag der, in dieser ungünstigen Zeit, knapp unter Festgeld liegt, wären wegen der Verteilung des Kapitals auf viele einzelne Anlagen aber immer auf der sicheren Seite gewesen. Wir sollten nie vergessen, dass Geldguthaben und Staatspapiere in den letzten 100 Jahren schon zweimal völlig abgewertet wurden. Siemens hingegen wurde 1847 gegründet und im Jahre 1897 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Ebenso Nestle, die 1866 gegründet wurde. Beide Firmen zahlen noch heute eine gute Dividende.

Doch Hilfe!

Das Problem ist: Machen Sie es falsch, können Sie am Ende viel mehr Geld verlieren, als Sie für die Beratung ausgeben müssen. Eine kürzlich veröffentlichte Studie von Aon Hewitt hat die Ergebnisse von über 425.000 Anlegern in den Jahren 2006 bis 2010 analysiert. Fazit: Das durchschnittliche jährliche Ergebnis derer, die professionelle Hilfe hatten, war über 3 % höher als das jener, die die Investitionsentscheidung selbst in die Hand genommen haben. Das Ergebnis wurde nach Kosten berechnet. Der Grund für diesen großen Unterschied in der Wertentwicklung ist, dass die Do-it-your­­self-Investoren entweder zu aggressiv oder zu konservativ in ihren Entscheidungen waren. Wie auch wir immer wieder betonen, spielen Emotionen eine große Rolle. So haben die meisten Do-it-your­self-Investoren nach dem Crash 2008 zu viel Bargeld und zu wenig Aktien gehalten. Das hat zu dem Ergebnis geführt, dass sie an der Erholung der Märkte im Jahr 2009 nicht mehr teilgenommen haben. Da die meisten Menschen Verluste etwa zwei- bis zweieinhalb Mal so stark wie Gewinne in gleicher Höhe wahrnehmen, führt das zu dem Verhalten, Gewinne zu früh abzugeben und Verluste laufen zu lassen. Den meisten Hobby-Anlegern fällt es daher auch schwer, sich gegen kurzfristige Trends zu stellen. Dabei ist die allgemeine Aussage der Forschung, dass man kurzfristigen Trends gar nicht folgen kann, weil ihre Wirkung nicht vorherzusagen ist. Die Quintessenz daraus ist letztendlich die Erkenntnis, dass man sich weder als Kleinanleger noch als Profi verrückt machen lassen soll.

Wenn Sie weder einen Berater engagieren noch das Ganze selbst machen wollen, oder um das Risiko zu diversifizieren, können Sie natürlich auch in einen oder mehrere Mischfonds investieren. In diesem Falle nimmt Ihnen der Portfoliomanager die Arbeit ab und Sie können sich auf die Kontrolle des Ergebnisses beschränken.

Mehr Informationen?  

Am 5. März 2012 findet für unsere Gäste in Puerto de la Cruz im Hotel Riu Garoe ein privater Vortrag mit dem Thema „Wie investiere ich 2012? Vermögenserhalt im ständigen Auf und Ab“. statt. Haben Sie Interesse? Dann wenden Sie sich unter der Telefon-Nr.: 922 575496 an Herrn Robert Burlon.




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