Bewegende Gedenkfeier

Das Königspaar ehrte im Rahmen der Zeremonie über 100 Ärzte und Pfleger posthum mit dem Großkreuz des Zivilverdienstordens und legte einen Kranz für die Opfer nieder. Foto: efe

Das Königspaar ehrte im Rahmen der Zeremonie über 100 Ärzte und Pfleger posthum mit dem Großkreuz des Zivilverdienstordens und legte einen Kranz für die Opfer nieder. Foto: efe

Mit einer Trauerfeier vor dem Königspalast in Madrid nahm Spanien Abschied von den Opfern der Pandemie

Madrid – Am 15. Juli fand auf dem Armería-Platz vor dem Königspalast die Trauerfeier für die Opfer de Corona-Pandemie statt. Mehr als 700 Personen, allen voran König Felipe und Königin Letizia, Ministerpräsident Pedro Sánchez sowie Vertreter aller autonomen Regionen und Angehörige von 120 Ärzten und Pflegern, die durch das Coronavirus starben, nahmen daran teil.

Das Königspaar legte einen symbolischen Kranz nieder und überreichte persönlich die Großkreuze des Zivilverdienstordens an Angehörige von vier Ärzten und Pflegern, die an Covid-19 starben. Insgesamt wurden 120 dieser besonderen Verdienstorden posthum verliehen und damit die wichtige Rolle und die Opferbereitschaft des Gesundheitspersonals gewürdigt.
Schätzungen zufolge steckten sich mehr als 130.000 Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger mit dem Virus an, während sie ihren Beruf ausübten.

Stellvertretend für alle Familien, die Angehörige im Dienst verloren, sprach María Díaz, Tochter von Dr. Joaquín Díaz Domínguez, Arzt im Madrider Krankenhaus La Paz, der am 18. April 2020 im Alter von 67 Jahren starb. „Er bekam am 11. März Fieber. Wenn er wusste, was vor sich ging, sprach er es nicht aus. Seine letzte Nachricht schrieb er meiner Mutter: „Sie werden mich intubieren, weil ich große Schmerzen habe. Ich liebe dich sehr.““ María Díaz richtete sich weiter mit mitfühlenden Worten an alle Hinterbliebenen.

König Felipe brachte in seiner Rede seinen tief empfundenen Respekt, seine Wertschätzung und Bewunderung für das Gesundheitspersonal zum Ausdruck, das von Beginn der Krise an ohne Pause und mit Entschlossenheit und großem Engagement die Krankheit bekämpft hat, für die es zu diesem Zeitpunkt noch keine Behandlungsmöglichkeit und keine Impfung gab.

Die Impfung als Zeichen der Hoffnung war ebenfalls Bestandteil der Zeremonie. Die 95-jährige Araceli Hidalgo, die als erste Person in Spanien geimpft wurde, nahm an der Gedenkfeier teil und rief in einer kurzen Ansprache insbesondere die jungen Menschen auf, die Pandemie ernst zu nehmen und sich impfen zu lassen. Im Anschluss an ihre Worte erklang der Song „Halleluja“ von Leonard Cohen.

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