Beim Konzert brach die Hafenpromenade ein


Die Reste der eingebrochenen Hafenpromenade verwandelten sich in lebensgefährliche Rutschbahnen. Fotos: EFE

377 Zuschauer wurden verletzt, fünf davon schwer

Vigo – Bei dem Abschlusskonzert des dreitägigen Sportfestivals O Marisquiño, das vom 10. bis zum 12. August in Vigo veranstaltet wurde, brach die Hafenpromenade ein. Die Zuschauer, darunter viele Minderjährige, rutschten ins Wasser und wurden teilweise von den nachfolgenden Menschen begraben. Es gab 377 Verletzte, davon fünf Schwerverletzte. Nun wird untersucht, wer für den schweren Unfall, bei dem glücklicherweise niemand ums Leben kam, verantwortlich ist.

Nach drei Tagen Musik und Wettbewerben in diversen Sportarten sollte das Festival, das im vergangenen Jahr von 160.000 Zuschauern besucht wurde, mit einem Konzert des mallorquinischen Sängers Rels B beendet werden. Dieses Konzert hatte gerade erst begonnen, als die auf Betonpfeilern gebaute Hafenpromenade aus Holz unter dem Gewicht der größtenteils minderjährigen Zuschauer auf einer Länge von 30 m in der Mitte einbrach und ein fünf Meter breites Loch entstand. Die seitlichen Reste der Promenade entwickelten sich zu lebensgefährlichen Rutschbahnen, auf denen die Menschen abrutschten und diejenigen unter sich begruben, die bereits ins Wasser gefallen waren. 377 Menschen wurden verletzt, davon fünf schwer. Es scheint ein Wunder, dass niemand ums Leben gekommen ist. Die Feuerwehr stellte noch in der Nacht mit Infrarotkameras sicher, dass unter den Resten der Holzpromenade kein weiteres Opfer unter Wasser eingeklemmt war.

Die Reste der eingebrochenen Hafenpromenade verwandelten sich in lebensgefährliche Rutschbahnen. Fotos: EFE

Das Untersuchungsgericht der Stadt hat sich umgehend des Falls angenommen, um zu klären, welche der beiden Behörden – die Stadtverwaltung oder die Hafenbehörde – für die Wartung und Instandhaltung der 20 Jahre alten, 40 m langen und 10 m breiten Holzpromenade verantwortlich ist. In den 90er-Jahren war der ursprüngliche Parkplatz für Jachteigentümer aus Betonpfeilern und einer darauf ruhenden Platte mit Holzplanken versehen und zur Promenade umfunktioniert worden.

Der schlechte Zustand des Holzstegs war allgemein bekannt und jahrelang von Einwohnern und Jachteigentümern reklamiert worden.

Derzeit wird davon ausgegangen, dass der Stahlbeton vom Wasser angegriffen worden war und die über die Jahre geschwächten Pfeiler schließlich unter dem Gewicht der Zuschauer nachgaben.

Nun streiten sich Stadtverwaltung und Hafenbehörde um die Verantwortlichkeit. Die Gemeinde führt an, die Promenade liege im Hafengebiet und somit in der Zuständigkeit der Behörde. Die Hafenbehörde wiederum verweist auf das Abkommen über die Nutzungsänderung des ehemaligen Parkplatzes zur öffentlichen Hafenpromenade, in dem die Gemeinde die Verantwortung für die Instandhaltung übernommen haben soll.




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