Aznar hält an Verschwörungstheorie fest


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Nach dem Urteil zu Madrider Anschlägen vom 11. März 2004

Nach dem Urteil über die Hintergründe der Madrider Terroranschläge vom 11. März 2001, das eindeutig den islamis­tischen Terrorismus hinter den Attentaten ausmachte, lenkte die konservative Opposition (PP), die damals nicht von der Verschwörungstheorie, die baskische ETA stecke da mit drin, ablassen wollte, nicht etwa ein.

Madrid – Im Gegenteil, als offizielle Stellung­nahme hieß es, man respektiere das Urteil, halte jedoch weitere „Untersuchungen“ für ratsam. Dennoch war den Baronen der Partei anzumerken, dass das Thema ihnen doch langsam zu heiß wurde und sie es nicht zuletzt im Hinblick auf die im März anstehenden Parlamentswahlen vorziehen würden, es endlich in den Hintergrund rücken zu lassen.

Nicht so allerdings der konservative Ex-Regierungschef José María Aznar, der zum Zeitpunkt der Anschläge das Zepter in Spanien in der Hand hielt und nie auch nur einen Zentimeter von der Theorie abrückte, dass die baskischen Terroristen für die Anschläge verantwortlich seien, ja sogar auf eine gewisse Weise mit den Sozialisten unter einer Decke stecken könnten, um die konservative Regierung zu Fall zu bringen.

In einem Interview mit dem Fernsehsender Antena 3 erklärte er am 7. November erneut: „Ich glaube nicht, dass man diejenigen, die sich diese Anschläge ausgedacht haben, in entfernten Wüsten oder Gebirgen suchen muss. Das habe ich damals schon gesagt und ich wiederhole es jetzt.“ Als er daraufhin gefragt wurde, an wen genau er dabei denke, meinte Aznar: „An niemanden Speziellen, weil ich es nicht weiß, ich sage nur, dass dieses Attentat ein konkretes Ziel hatte, ein politisches Ziel, das den Verlauf der Geschichte in Spanien ändern sollte und es unglücklicherweise ja auch erreicht hat.“

Die konservative Opposition sah sich daraufhin gezwungen, sich zum ersten Mal von ihrem einstigen Führer zu distanzieren. Die offizielle Haltung der PP sei die, die Parteichef Mariano Rajoy vermittelt habe und nicht die von José María Aznar.




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