Autofahrer über 65 Jahre – eine Risikogruppe?


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Neueste Erkenntnisse des Verkehrsministeriums

Der Autofahrer über 65 Jahre will nicht mehr cool sein, sondern heil ankommen. So könnten die Erkenntnisse des Verkehrsministeriums über diese Altersgruppe zusammengefasst werden. Tatsächlich ist in Spanien jeder zehnte Autofahrer über 65, und der Anteil steigt. Grund genug, diese Gruppe und ihr Verhalten im Verkehr einmal genauer zu durchleuchten.

Madrid – 32% der über 65-Jährigen leiden unter dem einen oder anderen physischen Handicap. Bis zum 80. Lebensjahr steigt dieser Prozentsatz auf rund 47%. So haben drei von zehn Senioren Sehschwächen, ein Viertel leidet unter mangelhaftem Gehör. 40% haben Schlafstörungen und nehmen Medikamente ein, die ihr Reaktionsvermögen am Steuer herabsetzen. Mit dem Alter sinkt auch die Fähigkeit, in Sekundenschnelle die richtige Entscheidung zu treffen. All diese Faktoren zusammengenommen stellen diese Altersgruppe in die erste Reihe der Risiko-Verkehrsteilnehmer.

Jugendliche Fahrer viel riskanter

Die Wirklichkeit aber sieht anders aus. 2005 waren in Spanien 162.000 Fahrzeugführer in Verkehrsunfälle verwickelt. Nur 4,7% von ihnen waren über 65, hingegen gehörten 9% – also praktisch doppelt so viele – der Altersgruppe 18 bis 24 Jahre an.

Der Präsident des spanischen Verbands der Seniorenorganisationen CEOMA, Eduardo Rodríguez Rovira, erklärt dies damit, dass über 65-Jährige bestimmte Strategien anwenden, um ihre mangelnde Reaktionsfähigkeit am Steuer zu kompensieren: „Sie fahren bei schlechtem Wetter und zu Stoßzeiten möglichst nicht in der Dunkelheit. Sie fahren keine weiten Strecken mehr und wählen Routen aus, die ihnen bekannt sind. Wenn sie sie nicht kennen, machen sie sich vorher mit der Strecke vertraut. Sie sind keine Risikofahrer, weil sie keine Drogen nehmen. Sie fahren nicht aggressiv oder zu schnell, machen keine riskanten Überholmanöver – und sie fahren immer angeschnallt.”




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