Teneriffa wird von denen, die sie kennen, zu Recht als Mini-Kontinent bezeichnet. Von Ost nach West, von Nord nach Süd finden sich hier unterschiedlichste Klima- und Landschaftszonen, die immer wieder durch ihre Kontraste verblüffen.

Wo, bitteschön, kann man schon auf der Welt morgens einen Ausflug in verschneite Berge unternehmen und sich nachmittags am Strand in der Sonne aalen? Teneriffa macht’s möglich, zumindest im Winter. Im Sommer kann man auch in den Bergen warme Temperaturen genießen. „Schuld“ ist der Pico del Teide, mit 3.718 Metern der höchste Berg von Spanien, der im Winter strahlend weiß verschneit gegen den prächtig blauen Himmel kontrastiert.

Wer sich zu diesem Bild noch die üppige, ganz­jährig blumenreiche Vegetation der nördlichen Inselseite vorstellt, wird zweifellos verstehen, warum Teneriffa bisweilen auch „Paradiesinsel“ genannt wird.

Santa Cruz

Die Hauptstadt wirkt vielleicht auf den ersten  Blick wenig einladend, doch wer sich Zeit für einen Besuch nimmt, wird es nicht bereuen. Hier finden Sie  Museen wie das Völkerkundemuseum „Museo de la Naturaleza y el Hombre“, das Ihnen einen Einblick in die Inselgeschichte vermittelt oder das Kunsthaus TEA. Ein sehenswertes Bauwerk ist auch die Kirche Iglesia de la Concepción. Hier wird das Kreuz aufbewahrt, das die Eroberer seinerzeit mitbrachten.

Santa Cruz de Tenerife. Foto: Puertos de Tenerife

Ein Spaziergang durch die weitläufigen Hafenanlagen oder durch den Stadtpark García Sanabria ist eine schöne Ergänzung zu einem Stadtbummel durch die belebten Einkaufsstraßen und die schön angelegten Fußgängerzonen der Stadt, in denen nette Cafés zu einer Pause einladen. In mehreren Einkaufsparadiesen gibt es eine große Auswahl an Geschäften und Boutiquen. Das Kaufhaus El Corte Inglés und die Einkaufszentren Tres de Mayo und Meridiano sind ideal für Shoppingtouren. Sehenswert ist auch der Markt Nuestra Señora de África mit dem großen gastronomischen Angebot.

Santa Cruz bietet auch eine Badeanlage im Stil des Lago Martiánez von Puerto: der Parque Marítimo, direkt neben dem von Santiago Calatrava entworfenen Auditorio, dem Wahrzeichen der Stadt.

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Candelaria

Der Wallfahrtsort der Insel, wo sich die Schutzheilige der Kanarischen Inseln, die Virgen de Candelaria, befindet, zieht nicht nur die Insulaner an, sondern ist auch eine Sehenswürdigkeit für Urlauber.

Candelaria. Foto: Móises Perez Perez

Die Legende erzählt, dass zu vorspanischen Zeiten Guanchen-Hirten nach einem Unwetter an der Küste von Candelaria eine Frauengestalt entdeckten, die aufrecht, aber reglos stand. Als sie auf Rufe nicht reagierte, hoben die Hirten Steine auf, um sie auf die Unbekannte zu werfen, doch ihre Arme erstarrten mitten in der Bewegung. Daraufhin verehrten die Guanchen bei Güímar diese Frauengestalt mit dem Kind auf dem Arm als heilig und brachten sie in einer Höhle an der Küste unter. Bei einem heftigen Unwetter, so heißt es, brachen große Wellen in die Höhle und rissen die Original-Figur mit sich.

Die Marienfigur in Candelaria ist in jedem Fall eine Kopie der schwarzen Madonna, von der die Geschichte erzählt. Historiker nehmen an, dass die erste Marienfigur von einem spanischen Schiff stammte, das bei dem Unwetter vor der Küste unterging. Tatsache ist immerhin, dass die spanischen Eroberer bei den Guanchen von Güímar keinerlei Widerstände brechen mussten, um sie zum katholischen Glauben zu bekehren: Das Bild der Frau mit dem Kind war ihnen bereits vertraut. Heute bestehen Vermutungen, dass die Original-Figur doch noch existiert. Sie soll seinerzeit aus Sicherheitsgründen in die Santa Úrsula-Kirche von Arafo gebracht worden sein.

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La Laguna

Die einstige Hauptstadt – heute Sitz der Universität von Teneriffa – mit ihren alt-ehrwürdigen Häusern und der Kathedrale ist unbedingt einen Besuch wert. Bummeln Sie hier auch einmal über den farbenfrohen Markt.

La Laguna. Foto: Moisés Pérez Pérez

1999 erklärte die UNESCO die Altstadt von La Laguna zum Weltkulturerbe. Hauptargumente für die Entscheidung war die Tatsache, dass La Laguna die erste Kolonialstadt Spaniens war, die nicht im Festungsstil errichtet wurde, und Beispiel und Modell für viele Kolonialstädte in Amerika war. Außerdem ist La Laguna in urbanistischer Hinsicht die erste spanische Stadt, die im Stil der Kolonialarchitektur schachbrettartig angelegt und dem geometrischen Muster einer Windrose nachempfunden wude und die die koloniale Parzellierung mit der Architektur des Mudéjar-Stils verbindet, von der noch heute 600 Gebäude in der historischen Altstadt zeugen.

Ein Beispiel für die architektonischen Schätze La Lagunas ist die Calle Herradores mit den Fassaden der Casa de Los Corregidores aus dem Jahr 1545, der Casa de la Alhóndiga aus 1709 und der Casa Alvarado Bracamonte aus dem 17. Jh. Alle drei denkmalgeschützten Gebäude beherbergen heute Ämter der Stadtverwaltung.

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La Orotava

In dieser alten Patrizierstadt finden Sie die schönsten handgeschnitzten Balkone der Insel. Das Holz für diese prachtvollen Arbeiten stammt aus den Esperanza-Wäldern oberhalb von Los Rodeos. Sehr schöne Handarbeiten sind im Museum in der „Casa de los Balcones“ zu bewundern, geöffnet Mo.-Fr. 9.30-19.00 Uhr, Sa.+So. 8.30-18.30 Uhr.

Casa de Los Balcones. Foto: AYOTO

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Garachico

Das malerische Städtchen Garachico ist heute vor allem für seine schönen, durch erstarrte Lava geformten Felsenbäder bekannt. Der Stadtkern ist geprägt von traditioneller Architektur, urigen Fischlokalen und eleganten Landhotels. Doch von dem ehemaligen Weltstadtflair, das den einst wichtigsten Inselhafen umwehte, ist nichts mehr erhalten. Garachicos Hafen war bis vor 300 Jahren auf der Route der spanischen Silberflotte ein wichtiger Anlaufpunkt auf dem Hin- sowie auf dem Rückweg von Amerika. In den Straßen herrschte bei der Ankunft der großen Schiffe reger Betrieb. Der Handel mit Tabak, Kakao, wertvollen Stoffen und all den exotischen Mitbringseln aus der Neuen Welt blühte, und Garachico wurde damals nicht umsonst „Puerto Rico“, der reiche Hafen, genannt.

Garachico. Foto: AYOTO Garachico

Es wird sogar erzählt, dass die Calle del Sol einst ganz mit Marmor ausgelegt war und nur die Oberschicht sie betreten durfte. Lediglich einmal die Woche durfte auch der Rest der Bevölkerung über diese elegante Straße flanieren. Ebenso wie viele andere Straßen, pompöse Herrenhäuser und der geschäftige Hafen wurde die Calle del Sol beim Vulkanausbruch am 5. Mai 1706 unter der Lava begraben. Der Inselhafen wurde ausgelöscht, die Schiffe sanken und verschwanden unter den Lavamassen. Darunter, erzählt eine Legende, soll auch die Galeone „María Galante“ gewesen sein, die einen üppigen Goldschatz für den spanischen König an Bord hatte, nach dem Schatzsucher bis heute auf der Jagd sind.

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Los Gigantes

Diese Steilfelsen im Südwesten der Insel tragen den Namen „Die Riesen“ zu Recht: Als wahre Giganten steigen diese 300 Meter hohen Klippen praktisch senkrecht aus dem Meer und bieten ein großartiges Panorama.

Der Jachthafen von Los Gigantes. Foto: Ayuntamiento Santiago del Teide

In Los Gigantes gibt es auch einen netten Sporthafen, Essgelegenheiten direkt am Hafen und einen kleinen Sandstrand. Von hier aus werden Walbeobachtungs-Touren in kleineren und größeren Ausflugsbooten angeboten.

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Masca

Das kleine Dorf Masca lag einst praktisch von der Außenwelt abgeschlossen mitten in den Bergen von Teno. Damals konnte der Ort nur zu Fuß erreicht werden. Es gab keinen Strom, kein Telefon. Das wilde Felspanorama, das sich dem wackeren Wandersmann bot, war schlichtweg atemberaubend. Das ist es zwar heute auch noch, doch führen längst Straßen und Stromkabel nach Masca. Die Fahrt ist beeindruckend. Die schmale Straße windet sich an tiefen Abgründen vorbei. Masca ist nach wie vor ein Abenteuer.
Abenteuerlich und eindrucksvoll ist auch die Wanderung durch die Masca-Schlucht (Barranco de Masca), wohl eine der beliebtesten Touren auf Teneriffa. Der Wanderweg, der durch die Schlucht von Masca bis zum Meer führt, ist allerdings seit Februar 2018 gesperrt. Die Inselverwaltung will den Weg erst nach Abschluss der Instandsetzungs- und Absicherungsarbeiten wieder freigeben. Einen Termin dafür gibt es noch nicht. Der Grund für die Sperrung waren mehrere tödliche Unfälle.

Masca. Foto: WB

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Puerto de la Cruz

Puerto de la Cruz liegt mitten im lieblichen, grünen Orotavatal und bietet dem Erholungsuchenden alles, was das Herz begehrt. Die herrlichen Martiánez-Freibadanlagen haben das einzige Manko ausgeglichen, das dieser Ort einst hatte: Steinige Strände mit hohem, teilweise sehr gefährlichem Wellengang. Jetzt aber kann sich der Urlauber hier in den riesigen Pool-Anlagen direkt am Meer unter Palmen in der Sonne erholen. Das Wasser wird aus dem Atlantik in die Pools gepumpt, sodass auch auf das Bad im „echten, salzigen Meerwasser“ nicht verzichtet werden muss.

Für diejenigen, die einen Einkaufsbummel unternehmen wollen, gibt es in Puerto de la Cruz mehr als genug Möglichkeiten: Die Zeit vergeht rasend schnell in den vielen Boutiquen, Andenkenläden, Parfümerien und Inder-Läden (zollfreie Ware!)

Puerto de la Cruz -Luftansicht. Foto: Moisés Pérez

Natürlich ist auch für die Erfrischung zwischendurch mehr als ausreichend gesorgt: Über­all laden Eisdielen, Terrassencafés, Restaurants, Pinten, Bierstuben usw. in den Fußgängerzonen und Avenidas ein. Und eine richtige spanische Bodega sollte man natürlich auch einmal in der Altstadt besuchen – allerdings lieber in den Abendstunden. Dann spielen nämlich in verschiedenen Lokalen auch Musikgruppen die beliebten spanischen, süd­amerikanischen und kanarischen Melodien. Dazu ein Vino tinto, ein spanischer Rotwein also, ein paar Tapas – und die Stimmung ist perfekt. Tapas sind übrigens auch eine typisch spanische Angelegenheit, denn der Spanier trinkt nie alkoholische Getränke, ohne wenigstens eine Kleinigkeit dazu zu essen. Tapas sind also kleine Happen der verschiedensten Gerichte. Dabei kann es sich um Muscheln, Knoblauch-Fleisch, Tortilla, Langostinos, Tintenfische – oder einfach ein bisschen Ziegenkäse, Schinken und ein paar Oliven handeln, ganz nach Geschmack und Appetit.

Ein Urlauber wird wohl kaum Zeit haben, all die unzähligen Restaurants, die mit unterschiedlichsten Spezialitäten locken, auszuprobieren.

Auch Nachtschwärmer kommen hier auf ihre Kosten. Pubs und Diskotheken locken mit unterschiedlichstem Ambiente.

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Teno

Den nordwestlichsten Punkt der Insel – Punta de Teno – haben Sie erreicht, wenn Sie plötzlich vor dem Nichts stehen. Und das ist buchstäblich gemeint: Keine Restaurants, keine Erfrischungsbuden, kaum Menschen – nur das felsige Ende der Insel, einen Leuchtturm und ein herrliches Panorama nach Los Gigantes bis hinüber nach La Gomera findet der Besucher hier. Traumhafte Ausblicke und viel Ruhe sind garantiert. Baden kann man im glasklaren Wasser.

Punta de Teno, Luftaufnahme. Foto: Moisés Pérez Pérez

Achtung! Die Straße von Buenavista nach Teno ist täglich von 10.00 bis 19.00 Uhr für den Privatverkehr gesperrt. Dann erreicht man Punta de Teno mit dem Titsa-Bus (Linie 369), der von Buenavista abfährt: Abfahrtszeiten Buenavista: 10.10, 11.05, 12.00, 13.00, 14.00, 15.00, 16.10, 17.05, 18.05. Abfahrtszeiten Punta de Teno: 10.35, 11.25, 12.25, 13.25, 14.25, 15.25, 16.35, 17.25, 18.25.

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