Nationaler Kongress der Sozialisten


Susana Díaz und Pedro Sánchez haben die größten Chancen, den Parteivorsitz zu übernehmen. Fotos: efe

Drei Kandidaten kämpfen um den Vorsitz der PSOE

Madrid – Die Ankündigung von Pedro Sánchez, er werde erneut für den Posten der Generalsekretärs der PSOE kandidieren, wird den baskischen Sozialisten Patxi López, der seine Kandidatur bereits angekündigt hatte, an den Rand drängen. Die Aufmerksamkeit der Medien und der Anhängerschaft der Partei wird nämlich vor allem den beiden Kandidaten gelten, die sich einen harten Kampf liefern werden:  Susana Díaz, Regionalpräsidentin Andalusiens und Pedro Sánchez. Die Anhänger von Patxi López bestreiten das heftig und er selbst hat Sánchez zur Debatte um das sozialistische Programm herzlich willkommen geheißen. „Jetzt heißt es, Projekte vorzustellen und die Mitglieder entscheiden zu lassen“, erklärte er.  Die Teams der beiden Politiker sind sich darüber einig, dass es keinen Sinn macht, beide Kandidaturen bis zum Schluss aufrechtzuerhalten, denn das würde die Stimmen zwischen ihnen und Susana Díaz aufspalten. Die Sánchez-Leute sind davon überzeugt, dass sich der baskische Ex-Präsident zurückziehen wird, denn viele Mitglieder würden sich Sánchez zuwenden. Er hat eine große Zahl von Anhängern bei der Parteibasis und ist weitaus bekannter und populärer als López.

Die Tatsache, dass Pedro Sánchez den baskischen Konkurrenten als Verräter bezeichnet, weil er unerwartet seine Kandidatur erklärt hatte, trübt das Klima zwischen ihnen und „serviert Susana Díaz den Posten auf dem Silbertablett“, lautet die Warnung innerhalb der Partei. Nun beginnt die erste Phase des Wettrennens um die Führung der Sozialistischen Partei. Niemand zweifelt daran, dass es die Präsidentin der Regierung Andalusiens besonders einfach hat, Unterschriften unter den Mitgliedern zu sammeln, da sie eine beträchtliche Zahl regionaler und provinzieller Einrichtungen kontrolliert.

Zwischen López und Sánchez wird ein harter Kampf um die Stimmen stattfinden, das ist dann der erste Machtindikator. Der Kandidat, der die wenigsten Unterschriften erzielt, wird sich dann wohl zurückziehen, um Susana Díaz nicht zu begünstigen.

Sánchez hatte mit seiner Proklamation seinen großen Tag. Seine Anhänger waren euphorisch und erklärten Patxi López für „politisch tot“. Doch das Rennen ist lang, und es fehlen immerhin noch vier Monate, bis die Wahlurnen für die  180.000 eingetragenen Mitglieder aufgestellt werden, die in geheimer Wahl darüber bestimmen werden, wer ab Juni die Partei führen wird. Bis dahin kann noch viel passieren und niemand will etwas ausschließen. Lediglich ein Pakt zwischen Díaz und Sánchez scheint absolut unmöglich.




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