Felipe VI. beruhigt die Welt


König Felipe vor der UNO-Generalversammlung. Foto: EFE

„Spanien hat schon andere Krisen überstanden“

New York – König Felipe hat beim Auftakt der 71. Generalversammlung der Vereinten Nationen vor der Welt zu dem politischen Stillstand im Land Stellung bezogen. Dabei wies Felipe VI. in einem beruhigenden Ton auf die Stärke Spaniens hin. Gleichzeitig sandte er eine Botschaft an die politischen Akteure im eigenen Land, die „im Dialog“, mit der erforderlichen Verbindlichkeit und dem nötigen Verantwortungsbewusstsein die komplexen Probleme lösen sollten.

König Felipe im Gespräch mit US-Präsident Barack Obama. Foto: EFE
König Felipe im Gespräch mit US-Präsident Barack Obama. Foto: EFE

Vor den Vereinten Nationen erinnerte der König an die Fähigkeit Spaniens, im Laufe der Geschichte stets aus schwierigen Situationen gestärkt hervorgegangen zu sein. „Wir Spanier haben die schwierigsten Zeiten überstanden,“ erklärte Felipe gegenüber der Öffentlichkeit, die angesichts der andauernden innenpolitischen Krise zusehends nervöser wird. Ein Großteil seiner Rede war darauf ausgerichtet, den Staatschefs der bedeutenden Länder zu vermitteln, dass trotz einer bereits neun Monate andauernden Übergangszeit unter der Leitung einer nur kommissarischen Regierung, zwei Generalwahlen und ohne Hoffnung auf baldige Stabilität, es sich bei Spanien um einen zuverlässigen Partner handelt. „Alle reifen Demokratien, wie die unsrige, durchleben an irgendeinem Punkt ihrer Geschichte komplexe Probleme. Aber sie überstehen diese dank ihrer Stärke, dem Zusammenhalt ihrer Gesellschaft, der Widerstandsfähigkeit ihrer Institutionen, ihrem freiheitlichen System,“ unterstrich der König wiederholt.

Als Beispiel für erfolgreich überwundene Tiefpunkte nannte der Monarch die jüngste Wirtschaftskrise, die Spanien besonders stark getroffen hat. Gleichzeitig erinnerte er seine Landsleute jedoch auch daran, dass noch viel zu tun ist: „Wir müssen weiter an der Erholung arbeiten und zwar auf einer breiten Basis. Auch müssen wir den Wohlstandsstaat fördern und ein wirklich nachhaltiges Wachstumsmodell entwickeln, indem wir unsere Präsenz im Ausland ausweiten. Vor allem aber, indem wir denjenigen, die am meisten unter der Rezession gelitten haben und immer noch leiden, besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen.“

Neben den innenpolitischen Problemen äußerte sich der Monarch auch zu den Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens, der Gibraltar-Frage und dem Westsahara-Konflikt. Sowohl in der Katalonien- als auch in der Gibraltar-Frage sprach er sich klar für einen Verbleib der abtrünnigen Region aus. Er plädierte für die Einhaltung des Grundgedankens der Verfassung bzw. eine Eingliederung der „letzten Kolonie Europas“ in den spanischen Staat zur Wiederherstellung der territorialen Einheit. In dieser Hinsicht forderte er Großbritannien zu einem entsprechenden Abkommen auf. Weiterhin werde Spanien die Bemühungen der Vereinten Nationen unterstützen, eine „politisch gerechte, dauerhafte und für beide Seiten akzeptable Lösung, jedoch mit freier Selbstbestimmung des Volkes der Westsahara“, zu finden.




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