Ausländische Wähler haben Gewicht


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466.696 Ausländer waren berechtigt, an den Kommunalwahlen teilzunehmen

Madrid – Bei den Gemeindewahlen sind die Stimmen der ausländischen Residenten eine Größe, welche Wahlergebnisse beeinflussen kann. Nach Angaben des Nationalen Statischen Instituts waren 466.696 amtlich gemeldete ausländische Bürger bei den Kommunalwahlen vom 26. Mai wahlberechtigt. 365.603 von ihnen konnten auch bei den Europawahlen ihre Stimme abgeben, wenn sie Bürger aus einem Land der Europäischen Union sind.

Málaga in Andalusien ist die Provinz mit der höchsten Präsenz von Ausländern, die Wahlrecht haben. Die meisten von ihnen leben an der Costa del Sol. Ihre Stimmen, wie im Fall der Stadt Mijas, haben einen bedeutenden Einfluss auf den Ausgang der Wahlen.

„Meinetwegen können sie sich auch als Kandidaten bewerben“, sagt Manuel López, ein spanischer Rentner, der mit Freunden in einer Cafétería sitzt. „Sie sind doch unsere Nachbarn und haben die gleichen Rechte und Pflichten wie wir“.

Auf anderen Tischen stehen Teller mit Bohnen, Spiegeleiern und gebratenem Speck, ein „english breakfast“ hat hier mehr Gewicht als das traditionelle „Pitufo malagueño“, das kleine Milchbrötchen.

Die Briten sind mit 8.000 Residenten die größte Gruppe in der Stadt, wie aus der Statistik zu entnehmen ist. Von den 80.630 Einwohnern der Stadt Mijas sind ein Drittel Ausländer, etwa 25.000, die aus 125 Ländern stammen, wie die Stadtverwaltung mitteilte.

Mit ihren Pässen in den Händen verlassen Mandy und Andrew das Wahllokal. Sie hatten zum ersten Mal in Spanien gewählt. Beide sind Ruheständler und haben vor 18 Monaten ihre britische Heimat gegen das sonnige Mijas im Herzen der Costa del Sol getauscht. Obwohl sie erst eine relativ kurze Zeit in ihrem neuen Haus leben, betrachten sie es als ihre Verpflichtung, an den Gemeindewahlen teilzunehmen.

„Wir glauben, dass der Kandidat, den wir gewählt haben, unsere Stadt verbessern kann“, berichten sie dem Reporter der Zeitung El País, der sie befragte. Ein weiterer Grund, weshalb sie nach Spanien gezogen seien, liege wohl auf der Hand, erklärten sie, wollten jedoch keinen Kommentar zum Thema Brexit geben. Auf jeden Fall hätten sie seinerzeit dagegen gestimmt.

Auf der Wählerliste des Wahllokals in einer Schule stehen ungezählte ausländische Namen. Ein Drittel der 3.000 Bürger, die in diesem Lokal ihre Stimme abgegeben haben, sind Ausländer.

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